Antierosiver und antiabrasiver Effekt konventioneller und antierosiver Zahnpasten auf Dentin in-vitro

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Innerhalb der letzten Jahre sind zahlreiche neue Zahnpasten auf den Markt gekommen, welche laut Herstellerangaben antierosive Eigenschaften besitzen und einen Schutz gegenüber erosivem Zahnhartsubstanzverlust bieten.Ziel der Untersuchung war es daher von verschiedenen konventionellen und speziellen Produkten mit der Indikation Erosionen den antierosiven Effekt (Experiment 1) und zusätzlich deren antierosive/antiabrasive Wirkung (Experiment 2) im Dentin zu untersuchen.Getestet wurden sechs verschiedene konventionelle Natriumfluorid-Zahnpasten, zwei zinnhaltige Produkte, zwei Spezialpasten mit Fluorid mit der Indikation Erosionen und drei Spezialpasten ohne Fluorid. Eine zinnhaltige Mundspüllösung diente als Positivkontrolle.Die in den Produkten enthaltenen Wirkstoffe waren Natriumfluorid (Konzentration zwischen 1400 und 1490 ppm F−), Natriumfluorid (1400 ppm F−) in Kombination mit Kaliumnitrat, Hydroxylapatit oder Hydroxylapatit-ähnliche Stoffe in nanokristalliner Form, Chitosan, Kaseinphosphopeptide, Zinnfluorid oder Zinnchlorid (Konzentrationen zwischen 800 und 3436 ppm Sn2+) in Kombination mit Fluorid.Bei der Versuchsdurchführung wurde ein zyklisches De- und Remineralisationsmodell über zweimal fünf Tage angewandt. Die Demineralisation erfolgte sechs Mal täglich für zwei Minuten mit einer 0,05 molaren Zitronensäure mit einem pH-Wert von 2,4. Zwischen den Demineralisationsphasen wurden die Proben für jeweils eine Stunde in einer Remineralisationslösung aufbewahrt.Nach der ersten und sechsten Demineralisation wurden die Proben in Experiment 1 für zwei Minuten in Suspensionen der getesteten Produkte geschwenkt. In Experiment 2 wurden die Proben ebenfalls zwei Minuten den Produktsuspensionen ausgesetzt und zusätzlich innerhalb dieser Zeit fünfzehn Sekunden mit einem Bürstgewicht von 200 g gebürstet. Bei beiden Experimenten wurde eine Negativerosionskontrolle mitgeführt, welche nur erodiert wurde. Bei Experiment 2 wurde zusätzlich eine Negativbürstkontrolle mitgeführt, welche erodiert und mit einer fluoridfreien Zahnpaste gebürstet wurde.Eine Positivkontrolle wurde bei Experiment 1 direkt nach dem Erodieren mit einer Mundspüllösung, welche 800 ppm Sn2+ und 500 ppm F− enthielt (Elmex Erosionsschutz Zahnspülung), behandelt. Bei Experiment 2 wurde die Positivkontrolle nach dem Erodieren zuerst für 15 Sekunden mit einer fluoridfreien Zahnpaste gebürstet und danach mit der Mundspüllösung behandelt. Der Substanzverlust wurde am Ende jeden Experiments profilometrisch bestimmt.In Experiment 1 führten bis auf zwei fluoridfreie Spezialpasten alle Produkte zu einer signifikanten Reduktion des Substanzverlustes gegenüber der alleinigen Erosion (Negativerosionskontrolle). Die konventionellen NaF-Pasten und die Spezialpasten mit Fluorid wiesen eine vergleichbare Effektivität auf (Reduktion um 31-49%). Von den drei fluoridfreien Spezialpasten führten zwei zu keiner signifikanten Reduktion gegenüber der Negativerosionskontrolle (11%, 13% und 25%). Eins der zwei zinnhaltigen Produkte war in seiner Effektivität mit den konventionellen NaF-Pasten und den Spezialpasten mit Fluorid vergleichbar (Reduktion um 29%), während das zweite zinnhaltige Produkt zur Positivkontrolle vergleichbare Ergebnisse lieferte (Reduktion um jeweils 59%).In Experiment 2 führte das Bürsten (Negativbürstkontrolle) zu keiner signifikanten Erhöhung des Substanzverlustes gegenüber der alleinigen Erosion (Negativerosionskontrolle). Die Spezialpasten mit Fluorid waren in ihrer Wirksamkeit den konventionellen Fluoridzahnpasten nicht überlegen (jeweils Reduktionen zwischen 11% und 55%) und die fluoridfreien Spezialpasten wiesen sogar höhere Substanzverluste auf als die Negativkontrollen. Eins der zwei zinnhaltigen Produkte führte zu keiner signifikanten Reduktion (4%), wohingegen das zweite zinnhaltige Produkt (Reduktion um 56%), wie bereits in Experiment 1, in seiner Effektivität der Positivkontrolle (53%) entsprach.Die Ergebnisse machen deutlich, dass bestimmte zinnhaltige Produkte Erosionen sowie Zahnhartsubstanzverluste durch kombinierte Erosions-Abrasions-Einflüsse im Dentin reduzieren können. Allerdings zeigt sich auch bei den effektivsten Produkten nur eine Reduktion von knapp 60%, sodass eine Entwicklung von effektiveren Strategien sinnvoll und wünschenswert wäre.

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