Für leistungsfähige Pferde mit positiven Eigenschaften wie Rittigkeit sowie korrektes und funktionelles Exterieur besteht in Deutschland ein interessanter Markt für den in Auswertungen von Auktionsergebnissen Preise von durchschnittlich 20.000 nachgewiesen wurden. Im Wesentlichen erfolgt die Zucht des Deutschen Reitpferdes im Nebenerwerb auf landwirtschaftlichen Betrieben mit zum Teil nicht optimalen Voraussetzungen für eine Aufzucht von leistungsfähigen und gesunden Jungpferden.
Auf den biologischen und ethologischen Grundlagen für Pferde aufbauend, wird ein Modell eines Betriebssystems entwickelt, das für 20 Zuchtstuten Boxenhaltung und für 40 Jungpferde eine Gruppenhaltung mit je 10 Tieren vorsieht. Die Einzelboxen und auch die Laufställe sind mit entsprechenden Paddocks ausgestattet und für alle Pferde ist Weidegang vorgesehen. Darüber hinaus haben die Pferde zusätzlich leistungsorientierte Bewegung in einer Führanlage. Auf Basis einer Kostenschätzung nach DIN 276 werden für die einzelnen Bestanteile des Betriebsgebäudesystems die Investitionssummen und die daraus resultierenden Kosten ermittelt und den Prozessabschnitten zugeordnet.
Für das Modell des Jungpferdeaufzuchtbetriebes werden die erforderlichen Arbeitsvorgänge und Teilvorgänge ermittelt, um daraus den Arbeitszeitbedarf zu kalkulieren. Dieser umfasst 2.260 AKh/a für die Zuchtstuten, 880 AKh/a für die Jährlinge und 1.200 AKh/a für die Zweijährigen. Die Jahresgesamtarbeit und ihre Verteilung auf die Monate ermöglicht unter Beachtung der Routinearbeit zwei Arbeitskräfte mit gegenseitiger Vertretungsregelung voll ausgelastet in dem Betrieb zu beschäftigen.
In einer Plankostenrechnung (Kosten-Leistungs-Rechnung) werden für die Produktionsstufe Koppelweide und für die Prozessabschnitte Zuchtstuten, Jährlinge und Zweijährige die Produktionskosten (inkl. Faktorkosten) gesondert ermittelt und ausgewertet. Im Kosten-Leistungs-Vergleich wird deutlich, dass die eingangs ermittelten Auktionspreise einen Leistungsüberschuss, sowohl bei der Aufzucht von Fohlen, als auch von Zweijährigen (30 Monate) ermöglichen.
Ein Vergleich der für Grünland typischen Produktionsverfahren mit der Jungpferdeaufzucht, unter Vernachlässigung der öffentlichen Direktzahlungen, zeigt mit einer Grundrente von 620 /ha für die Jungpferdeaufzucht deutliche Vorteile gegenüber den Spitzenbetrieben der Milchkuhhaltung mit 107 /ha und der Mutterkuhhaltung mit -297 /ha.
Anschließend wird anerkannt, dass die Jungpferdeaufzucht ein ökonomisch interessanter und landschaftserhaltender Betriebszweig für Grünlandstandorte ist, wenn das Betriebsgebäudesystem den Bedürfnissen von Tier und Mensch angepasst wird und ein Betriebsmanagement mit Koppelweide die pflanzenbaulichen Aspekte berücksichtigt.
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