Die Gestaltung von Kulturlandschaften hat das Ziel zwischen Wertschöpfungs- und ökologischen Funktionen einen gesellschaftlich anerkannten Kompromiss zu finden. Die Erhöhung des Wertschöpfungsziels geht häufig zu Lasten ökologischer Ziele und umgekehrt. Landschaftselemente stiften einen anerkannt hohen ökologischen Nutzen. Durch Flächenentzug, Ertragsminderungen und Verkleinerungen der Feldstücke und damit ansteigenden Arbeitserledigungskosten sind diese Maßnahmen jedoch mit Opportunitätskosten verbunden.Aufgrund von Ergebnissen vorheriger wissenschaftlicher Arbeiten wird erwartet, dass durch den Windschutzeffekt der Gehölzstreifen in Agroforstsystemen Mehrerträge bei den annuellen Ackerkulturen erzielt werden können. In der vorliegenden Arbeit Zur ökonomischen Bewertung von Agroforstsystemen wurden die Ertragseffekte der Gehölzstreifen auf die annuelle Ackerfrucht in Abhängigkeit von der Entfernung der Gehölzstreifen ermittelt. Daneben erfolgte eine Auswertung der Arbeitserledigungskosten in Abhängigkeit von feldstückspezifischen Gegebenheiten (Schlaggröße, -form, - ausrichtung und Hof-Feld-Entfernung) sowie der Ausgestaltung der Agroforstsysteme (hinsichtlich Gehölzart, Anzahl, Fläche und Geometrie der Gehölzstreifen).Für die zusammenfassende Bewertung von Agroforstsystemen im Vergleich zum alleinigen Anbau von annuellen Ackerfrüchten und Kurzumtriebsgehölzen wurde das Modell AgforS entwickelt und wird in der vorliegenden Arbeit beschrieben.Bei der Ernte der annuellen Kulturen auf den Versuchsflächen erfolgte eine Ertragskartierung, die die Grundlage für die geostatistischen Auswertungen und dieBerechnung der Ertragseffekte darstellt. Für den ökonomischen Vergleich wurde ferner eine Methodik entwickelt, die den Vergleich der Bodenrenten von ein- und mehrjährigen Anbausystemen erlaubt. Dafür wurden Instrumente der Investitionsrechnung verwendet und für die hier zu untersuchende Fragestellung angepasst. Das so entwickelte Vergleichskriterium ist die Annuität der Bodenrente.Da bisher keine signifikanten Ertragseffekte gemessen werden konnten, wurden mithilfe des Modells AgforS die minimalen Ertragseffekte ermittelt, damit sich der Anbau von Agroforstsystemen lohnt.
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