In dieser Arbeit wurde eine weitere - neben der routinemäßig durchgeführten Short-Tandem-Repeats-Polymorphismus-Analyse (STR) - PCR-basierte Methode zur Mikrochimärismus-diagnostik nach allogener Stammzell-Transplantation, die mit hoher Sensitivität einfach und schnell durchführbar ist, entwickelt und anhand von klinischen Beispielen überprüft.
Es wurde gezeigt, dass der Nachweis mitochondrialer DNA sensitiver ist als der Nachweis nukleärer DNA. Mittels PCR-SSP wurde unter Verwendung mitochondrialer Sequenzpolymorphismen eine Sensitivitätssteigerung gegenüber dem Nachweis nukleärer Polymorphismen um den Faktor 1000 erreicht. Diese Sensitivitätssteigerung konnte mittels PCR-SSP bei allen standardisierten Verdünnungsreihen künstlich erstellter Chimären durch einen Wechsel von nukleären zu mitochondrialen DNA-Polymorphismen gezeigt werden. Allerdings hat die erhöhte Sensitivität beim Nachweis mitochondrialer DNA-Polymorphismen eine geringere Spezifität der Reaktion zur Folge und erfordert daher mindestens zwei Sequenzunterschiede zwischen Spender und Empfänger. So ist der Nachweis mitochondrialer DNA-Polymorphismen mit Beachtung oben genannter Voraussetzungen hochsensitiv. Beim Vergleich zwischen der klassischen PCR-SSP und der Light-Cycler PCR war zum Nachweis desselben Polymorphismus die Sensitivität beider Verfahren gleich.
Im Weiteren wurde an realen Spender-Empfängerpaaren die Eignung verschiedener polymorpher Genorte zur Mikrochimärismusdiagnostik durch Vergleich mit der routinemäßig durchgeführten STR-Analyse überprüft. Bei allen untersuchten Paaren wurde ein hämatopoetischer Spenderchimärismus nachgewiesen und es zeigte sich eine völlige Übereinstimmung der Ergebnisse. Durch frühzeitige Bestimmung des geeignesten Polymorphismus kann eine Rezidivbestimmung mittels der hier vorgestellten PCR-SSP bzw. LightCycler-PCR erfolgen.
Insgesamt konnte eine neue, breit einsetzbare PCR-basierte sensitive Nachweis-Methode für die Mikrochimärismusdiagnostik erarbeitet werden, die, wie im zweiten Teil der Arbeit gezeigt wurde, auch in der klinischen Routine problemlos eingesetzt werden kann.
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