Ursachen und Funktionen von Koppen bei Pferden und Möglichkeiten und Grenzen der Prävention und Therapie

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Koppen gehört zu den am häufigsten auftretenden Verhaltensstörungen bei Pferden, die in menschlicher Obhut gehalten werden. Neuere Forschungsergebnisse ermöglichten anhand von Verhaltenstests die Zuordnung der Verhaltensstörung Koppen zu den Stereotypien, per definitionem repetitive, unveränderliche Verhaltensmuster ohne erkennbaren Zweck. Nachgewiesen sind auch Veränderungen der Dopamin-Rezeptordichte im Bereich der Basalganglien, die u. a. für die Verhaltenssteuerung zuständig sind. Die Ursache des Koppens ist dagegen nicht eindeutig geklärt. Assoziiert ist die Stereotypie mit einem intensiven Management, Training und restriktiver Haltung. Auch ein Fütterungsregime mit hohem Kraftfutter- und geringem Raufutteranteil scheint das Auftreten des Koppens zu begünstigen. Häufig wird ein Zusammenhang zwischen dem Koppen und pathologischen Veränderungen des Verdauungstraktes des Pferdes vermutet, wobei v. a. säurebedingte Magenulcera als Auslöser im Vordergrund stehen. So führte die Fütterung säurepuffernder Antacida in Versuchen sowohl zu einer Verbesserung der Magengesundheit als auch zu einem quantitativen Rückgang des gezeigten Koppverhaltens. Darauf aufbauend wurde im Rahmen der vorliegenden Dissertation mithilfe einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie untersucht, ob eine vierwöchige Therapie des endoskopisch nachgewiesenen Equine gastric ulcer syndrome (EGUS) mit dem magenspezifischen Säuresekretionshemmer Omeprazol (GastroGard®) zu einer Verminderung oder dem Ausbleiben des Koppens bei 33 etablierten Koppern im Alter von sieben Monaten bis zu 19 Jahren führt. Zudem sollte überprüft werden, ob das Alter und damit indirekt die Dauer des Bestehens der Stereotypie einen Einfluss auf den Therapieerfolg, d.h. auf eine Verhaltensänderung infolge der Omeprazolbehandlung hat. Dazu wurde die Kopper in zwei Altersgruppen <= 60 Monate und > 60 Monate unterteilt und das Koppverhalten vor und nach der Behandlung für diese Gruppen getrennt überprüft. Allgemein wird für Stereotypien von einer Emanzipation des Verhaltens, d.h. mit der Dauer der Verhaltensstörung zunehmenden Loslösung von den ursprünglichen auslösenden ausgegangen. Je länger das Koppen besteht bzw. je älter das betroffene Pferd ist, desto schlechter wäre es demnach zu therapieren. Die Behandlung mit Omeprazol führte zu einer signifikanten Verbesserung des Gesundheitszustandes der cutanen Magenschleimhaut sowie der gesamten Magenschleimhaut. Keine signifikante Veränderung ergab sich bei den Scoringwerten für die Drüsenschleimhaut. Trotz der endoskopisch nachgewiesen erfolgreichen Therapie des EGUS blieb das Koppverhalten insgesamt bei allen Pferden unverändert bestehen. Auch das Alter der untersuchten Kopper bzw. indirekt die Dauer des Bestehens des Koppens hatte keinen signifikanten Einfluss auf den Erfolg der Therapie. Möglicherweise besteht kein Zusammenhang zwischen dem Auftreten des Koppens und dem EGUS bei Pferden. Vielmehr könnte es sich um unabhängige Reaktionen handeln, die durch ähnliche Faktoren begünstigt werden. Genauso könnte Koppen auch eine Folge des EGUS sein, die aber aufgrund des Alters bzw. der Dauer des Koppens bei den untersuchten Probanden bereits emanzipiert und damit nicht mehr therapierbar war. Denkbar wäre auch eine Beteiligung anderer Abschnitte des equinen Verdauungstraktes am Koppgeschehen, auf die Omeprazol keinen Einfluss hat. Insgesamt bleibt Koppen zum jetzigen Zeitpunkt unter ausschließlicher Einbeziehung pferdegerechter und tierschutzkonformer Methoden therapieresistent. Das Augenmerk muss somit weiterhin auf der Prävention dieser Stereotypie liegen.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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