Die körperdysmorphe Störung : Das Bild der körperdysmorphen Störung in verschiedenen klinischen Settings

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

In dieser Studie ging es um die Darstellung der körperdysmorphen Störung (KDS) im ländlichen Raum in verschiedenen Settings (psychosomatische Poliklinis, dermatologische Poliklinik, kosmetische Dermatologie, plastische Chirurgie) bezogen auf die Variablen der Angst und Depression, der Einschränkung der sozialen Aktivität, des Schams und Ekels und der Therapiemotivation, sowie epidemiologische Daten wie Geschlechterverteilung, Alter der Patienten, Bildung, Beruf, Partnerschaft und Sichtbarkeit des Makels. Auffallend war vor allem die Altersverteilung. Patienten mit KDS in der kosmetischen Dermatologie und der plastischen Chirurgie waren nicht signifikant jünger als Patienten ohne KDS. In der plastischen Chirurgie waren die Patienten sogar älter. Auch wenn in der Literatur vielfach ein jüngeres Durchschnittsalter beschrieben wird, so gilt es, auch bei älteren Patienten bei entsprechender Symptomatik an KDS zu denken. Allerdings war in dieser Gruppe das Durchschnittsalter im Vergleich zu den anderen Settings insgesamt erhöht. Das hängt am ehesten damit zusammen, dass Operationen kostspielig sind und daher erst ein höherer sozioökonomischer Status erreicht werden muss. Die Patientengruppe war außerdem sehr klein.Die Geschlechter waren nicht wie in der Literatur vorbeschrieben gleichmäßig verteilt, der Frauenanteil überwog mit einem Verhältnis 2:1.KDS- Patienten waren außerdem nicht häufiger partnerlos.In der Literatur war bei den KDS- Patienten ein eher niedriger Bildungsstand und vermehrte Erwerbslosigkeit beschrieben worden. In dieser Studie zeigte sich in Bezug auf den Bildungsstand keinen Unterschied, KDS- Patienten waren auch nicht signifikant häufiger erwerbslos.Die Sichtbarkeit hatte keinen Einfluss auf die subjektive Entstellung. Das zeigte einmal mehr, dass Patienten, die den Makel halluzinieren ebenfalls einen hohen Leidensdruck entwickeln können und man sich als behandelnder Arzt/Therapeut auf Äußerlichkeiten nicht allein konzentrieren darf. Wie erwartet hatten die KDS- Patienten aller Settings signifikant mehr Angst als Patienten ohne KDS, die höchsten Werte wurden in der psychosomatischen Poliklinik erreicht. Hier zeigten sich auch die höchsten Werte der Depression, wohingegen die Patienten der dermatologischen Poliklinik am wenigsten betroffen waren. Der Grund dafür könnte sein, dass sich diese Komorbidität nur langsam entwickelt, und KDS- Patienten hier erst am Anfang zur Erstdiagnose ihrer Erkrankung stehen.Sozial eingeschränkt waren auch vor allem die Patienten der psychosomatischen Poliklinik, wobei sich in dieser Gruppe die KDS- Patienten noch mal deutlich abhoben.Aus der Veränderungsstadienskala (Therapiemotivation) lässt sich ableiten, dass Patienten die psychische Komponente ihrer Erkrankung durchaus erkennen. Die Motivation zur Veränderung erscheint gegeben. Zu beachten ist allerdings, dass die VSS aufgrund fehlender Aussagen seitens der Patienten zur jeweiligen Störung nur unter Vorbehalt zu interpretieren ist. Diese Beobachtung widerspricht den bisherigen Studien, in denen bisher postuliert wird, dass die KDS- Patienten erst vorsichtig an eine Psychotherapiemöglichkeit herangeführt werden müssen, um die Arzt- Patientenbeziehung nicht zu gefährden. Es erfordert allerdings noch weitere Untersuchungen, um dieses Ergebnis weiter zu beobachten und zu vertiefen.In Bezug auf die Emotion Ekel gaben die KDS- Patienten der plastischen Chirurgie signifikant höhere Werte an als Patienten ohne KDS. In diesem Setting war auch die Werte für das Schamgefühl insgesamt deutlich höher als in den anderen Settings, es gab hier aber keinen Unterschied zwischen KDS- und Nicht- KDS- Patienten.Die KDS zeigt sich in dieser Studie deutlich als multimodales Geschehen und zeigte in ihrem Auftreten in verschiedenen Settings zum Teil deutliche Unterschiede. Entsprechend müssen in den unterschiedlichen Settings besondere Merkmale Beachtung finden, um Menschen mit einer KDS in ihrem Leidensdruck nicht zu übersehen.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform