Der Stellenwert und die Bedeutung der andrologischen Diagnostik für die Prognose der assistierten Reproduktion

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In vielen Studien wird der Einfluss der Ejakulatqualität auf die assistierteReproduktion untersucht. Die Bedeutung sowohl der klass. als auch derfunktionellen Sperm.parameter wird durch den mehrfachen Nachweissignifikanter Zusammenhänge verschiedener Forschungsgruppen unterstrichen. UmZusammenhänge zu erkennen, wird in den meisten Studien allerdings dasjenigeEjakulat herangezogen, das auch für die assistierte Reproduktionstechnik Verwendungfindet. Wird der Zusammenhang aber, wie es für diagnostische Zwecke erforderlich ist,auf ein zeitlich anderes Ereignis bezogen, gibt es Probleme bei der Vorhersage vonFertilisation/Schwangerschaft. In der Arbeit sollte untersucht werden, inwiefern der Faktor Zeit einen Einfluss fürdie Prädiktion von Fertilisation/Schwangerschaft darstellt od. ob trotzZeitabstand Korrelationen beschrieben werden können. SämtlicheUntersuchungen bzgl. des Zusammenhangs zwischen Sperm.parameternund Ergebnissen der assist. Reproduktion wurden anhand von Befundendurchgeführt, die jeweils mit zeitlichem Abstand zu Maßnahmen der assist.Reproduktion erhoben worden waren.Bei Analyse der Einzelparameter bzgl. des Einflusses auf den Erfolg der IVFzeigten nur die klass. Spermiogrammvariablen Konzentration u. Morphologie jeweils Zusammenhänge mit der Fertilisationsrate, in derstatistischen Bewertung aber mit einer relativ hohen Irrtumswahrscheinlichkeitund damit nicht so gut, wie in vielen anderen Studien beschrieben. Keinerder Spermatozoenfunktionstests wies einen signifikanten Zusammenhang mit den IVF Ergebnissen auf. Ein Versuch der Modellerstellung zur Voraussage der dreiZielparameter misslang. Bei Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Ejakulatparametern und Ergebnissender ICSI zeigten wiederum Konzentration und Morphologie a.e. eineKorrelation mit der Fertilisationsrate. Die Zielgrößen Embryoscore undSchwangerschaft ließen sich allerdings durch keinen der einbezogenenSpermatozoenparameter voraussagen. Eine Modellerstellung gelang für keine derZielvariablen. Über die Zusammenhänge zwischen Spermatozoenparametern und ICSIwird momentan kontrovers diskutiert (selbst wenn dasselbe Ejakulat für andrologischeDiagnostik und ICSI eingesetzt wird). Die Fertilisation ist ein multifaktorieller Prozess, bei der Austestung definierter Spermatozoenfunktionen jedoch wird nur jeweils ein Parameter getestet. In dieser Arbeit wurde versucht, mittels Kombination sinnvolleModelle zu erstellen, die diesen komplexen Vorgang vorherzusagen in der Lage sind.Die Spermatozoenparameter konnten den zu erwartenden Zusammenhang nichtbestätigen. Es wurde für keines der Reproduktionsverfahren ein Modell gefunden, dasdas Auftreten einer Schwangerschaft voraussagen könnte.In einer Varianzkomponentenzerlegung wurden die einzelnen Parameter auf ihreReliabilität hin untersucht. Es zeigte sich für alle getesteten Parameter eine starke intraindividuelle Variabilität. Unsere Ergebnisse bestätigen Mitteilungen anderer Autoren,dass über das Basis-Spermiogramm hinaus strukturelle und funktionelle Eigenschaftender Spermatozoen und ihr prognostischer Stellenwert erforscht werden müssen.Die Resultate der vorliegenden Arbeit weisen mit Zeitabständen von bis zu 190 Tagenzwischen andrologischer Diagnostik und assistierter Reproduktion auf die Problematikeiner zuverlässigen Prognose der IVF / ICSI in der klinischen Praxis hin.Ungeachtet der Tatsache, dass Untersuchungen bzgl. der komplexenZusammenhänge der Fertilisation mit maternalen und paternalen Faktoren eminentwichtig sind, sind im klinischen Alltag Parameter gefordert, die schon vor derDurchführung einer Therapie das Resultat der Therapie prognostizieren können. Esbesteht der dringende Bedarf an standardisierter Methodik, die auch dem Anspruchstandhält, dass die Fertilisation als multifaktorieller Prozess prognostiziert werden kann.Es müssen zuverlässige, stabile Parameter gefunden werden, die im diagnostischenSetup des klinischen Alltags zuverlässig die Fertilisationskapazität voraussagen können.Da die hier verwendeten Daten von erfahrenen Untersuchern und unter ständigenQualitätskontrollen durchgeführt wurden, belegen unsere Ergebnisse, dass derandrologische Zustand zum Zeitpunkt der Diagnostik nicht notwendigerweisedemjenigen zum Zeitpunkt der assistierten Reproduktion entspricht.Die hier vorgestellte Arbeit zeigt die Grenzen der momentan in der klinischen Routineverfügbaren andrologischen Diagnostik auf.

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