Die TVP ist nach Ablauf eines Jahres nach erfolgreicher Herztransplantation die häufigste Ursache der Patientenmortalität. Eine medikamentöse Behandlung zur Vermeidung bzw. Verringerung der TVP ist nicht bekannt. Die Untersuchung der medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten ist Gegenstand dieser Arbeit.
In der Literatur wird vermutet, dass die Entstehung der TVP durch das Anheften von Entzündungszellen (Adhäsion) mit Hilfe von Adhäsionsmolekülen an das Endothel initiiert wird. Die Adhäsionsmoleküle ICAM-1 und VCAM-1 werden in der Literatur oft in diesem Zusammenhang genannt.
Bei fortgeschrittener TVP wird durch die Adhäsion der Entzündungszellen ein Prozess beginnend mit Vasokonstriktion über Migration von glatten Muskelfaserzellen in das Endothel bis hin zur Thrombosierung des gesamten Gefäßes ausgelöst. Am Ende dieses Kaskade der endothelialen Aktivierung steht eine irreversible Schädigung des Endothels unterschiedlichen Ausmaßes bis hin zum kompletten Verschluss des Gefäßes.
Gegenstand dieser Arbeit ist der Versuch die Expression der Adhäsionsmoleküle ICAM-1 und VCAM-1 durch medikamentöse Behandlung über 120 Tage mit dem Antioxidans alpha-Liponsäure zu hemmen und somit indirekt die Auswirkungen dieser Medikation auf die TVP zu untersuchen.Unter den Bedingungen einer Herztransplantation im Tiermodell (Ratte) konnten folgende Zusammenhänge beobachtet werden:
- Es kommt nach erfolgreicher Herztransplantation zur vermehrten intimalen Expression von ICAM-1 und VCAM-1 im transplantierten Herzen.
- Bei den mit alpha-Liponsäure behandelten Tieren konnte sowohl eine deutliche Verringerung der intimalen Proliferation, als auch eine Reduzierung der Inzidenz der TVP gezeigt werden.
- Zusätzlich zu diesem morbostatischen Effekt auf die TVP konnte eine verminderte intimale Expression der Adhäsionsmoleküle ICAM-1 und VCAM-1 im transplantierten Herz nachgewiesen werden.
Abschließend zeigt der in dieser Arbeit untersuchte Versuchsaufbau unterstützt durch zahlreiche Publikationen dass das Antioxidans alpha--Liponsäure indirekt oder direkt über eine Suppression von Adhäsionsmolekülen einen protektiven Effekt auf das Endothel des transplantierten Herzens hat. Die Ergebnisse dieser Studie untermauern die Schlüsselstellung von Adhäsionsmolekülen in der Pathogenese der TVP. Damit eröffnen sich ggf. auch für den Menschen weitere, dringend gesuchte Therapieoptionen zur medikamentösen Behandlung der TVP.
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