Retrograde Kolonkontrastdarstellung mit wasserlöslichem Röntgenkontrastmittel

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In der vorliegenden Arbeit wurden alle im Jahr 2000 im Klinikum Wetzlar angeforderten Kolonkontrasteinläufe mit wasserlöslichem Kontrastmittel untersucht. Insgesamt wurden 210 Untersuchungen an 195 Patienten im Rahmen einer prospektiven Studie analysiert. Auf einem selbst entworfenen Fragebogen musste der anfordernde Stationsarzt verschiedene Angaben ( Indikation, evtl. Kontraindikationen gegen Barium, Entlassungsdiagnose ) eintragen und abschließend seine Wertung über den Beitrag des Kolonkontrasteinlaufes zur Diagnosesicherung angeben. Der die Untersuchung durchführende Radiologe sollte entsprechende Angaben zur Bildqualität, Effektivität der Abführmaßnahmen, Strahlenbelastung und radiologischen Verdachtsdiagnose machen. Bei der Mehrzahl der Patienten lag keine absolute Kontraindikation für Barium vor, dennoch wurde vom behandelnden Arzt eine Untersuchung mit wasserlöslichem Kontrastmittel angefordert, obwohl es sich zumeist um eine elektive Untersuchung handelte. Als häufige Verdachtsdiagnose wurde die akute Divertikulitis ( 55 mal ) angegeben. Diese konnte 26 mal eindeutig nachgewiesen werden und 23 mal eindeutig ausgeschlossen werden. Bei den Untersuchungen, bei denen es in der Folge zu einer Operation kam, ließ eine hohe Übereinstimmung von radiologischer Diagnose und intraoperativ erhobener Diagnose feststellen.Die positive Prädiktion lag bei 96 %, allerdings nur, wenn man die Dignität einer Stenose außer Acht lässt. Vergleicht man andere Arbeiten mit ähnlicher Fragestellung, lässt sich feststellen, dass es bei unseren Untersuchungen weniger häufig zu Übereinstimmungen zwischen radiologischer Verdachtsdiagnose und Entlassungsdiagnose kommt, als in der Literatur angegeben. Allerdings waren Darmvorbereitung und damit auch Bildqualität deutlich schlechter. Immerhin konnte bei 64 von 210 Untersuchungen nicht das gesamte Kolon dargestellt werden. Trotz der genannten Einschränkungen trug nach Einschätzung der behandelnden Ärzte der Einlauf in 18 % der Fälle zu einer wesentlichen Änderung der initialen klinischen Arbeitshypothese oder der Therapie bei.

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