Gruppenbehandlung von Spinnenphobie durch einmalige Intervention ohne in-vivo Exposition mit THT-iSyMind

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Das Risiko, an einer Angststörung zu erkranken, ist in Deutschland hoch. Als effektive Behandlungsmethoden werden verhaltenstherapeutische Expositionstherapien empfohlen, dennoch suchen weniger als die Hälfte der Betroffenen eine Behandlung auf, weil die Vermeidung des Angstobjektes bzw. der angstauslösenden Situation Hauptsymptom der Erkrankung ist. Eine neue, in einer Sitzung durchgeführte Gruppenbehandlungsmethode der Spinnenphobie wird im Detail beschrieben. Sie eignet sich besonders für klinisch auffällige Patienten mit assoziierten Panikattacken, weil die Behandlungsbedingungen weder in vivo-Exposition noch imaginative Exposition miteinschließen. Die Autorin führte eine kontrollierte Studie durch, um die Wirksamkeit von THT-iSyMind zu untersuchen. Die Behandlungsergebnisse wurden mit einer Kontrollgruppe spinnenphobischer Personen verglichen, die mit psycho-edukatorischer Informationsvermittlung ebenfalls eine Behandlung ohne in-vivo-Exposition erhielt.Methode: Um schwere spinnenphobische Personen zu erreichen, wurde in den Rekrutierungsanzeigen betont, dass während der Behandlung kein Kontakt zu lebenden Spinnen statt-finden würde. Bei 31 spinnenphobischen Personen, die nach DSM IV die Diagnose einer spezifischen Phobie aufwiesen, wurden spinnenphobiespezifsche Werte mittels Selbstbeurteilungsbögen erhoben. Bei zweiundzwanzig Personen (75,9 %) wurden nach DSM-IV zusätzlich spinnenphobieassoziierte Panikattacken diagnostiziert.Die Patienten wurden der Behandlung mit THT-iSyMind oder einer Kontrollgruppe mit schriftlicher Psychoedukation (Informationsvermittlung) zugeteilt. Die Interventionszeit für beide Behandlungen betrug eine Stunde pro Patient. Die Reduktion der spinnenphobischen Symptomatik wurde mittels eines Selbstbeurteilungsfragebogens, dem Spinnenangstfragebogen (SAF), der deutschen Version des Fear of Spider´s Questionaire (FSQ) erhoben. Um das Vermeidungsverhalten zu quantifizieren, wurde ein Vermeidungsfragebogen (VF), der das Alltagsvermeidungsverhalten in Bezug auf Spinnen erfasst, verwendet, da das Studiendesign keinen Behavior Avoidance Test mit lebenden Spinnen gestattete. Die Patienten stuften au-ßerdem ihre Angst und ihren Ekel vor Spinnen auf einer Visuellen Analogskala nach Bildexposition mit einer Spinne (Hausspinne, Tegenaria atrica, Größe 2,7 cm ohne Beine) ein. Alle Untersuchungsparameter wurden vor und nach Behandlung zum primären Endpunkt nach 28 Tagen erhoben. Für die THT-iSyMind Gruppe wurden zusätzlich alle Parameter auch nach 7 und 180 Tagen und unmittelbar nach Behandlung der VAS-A und VAS-E erhoben.Ergebnisse: THT-iSyMind zeigte zum primären Endpunkt (28 Tage) nach Behandlung in Bezug auf alle selbstbeurteilten spinnenphobiespezifischen Variablenaußer der Visuellen Analogskala Angst (VAS-A)im Vergleich zu Informationsvermittlung statistisch signifikant bessere Ergebnisse (SAF p< .000; VF p<.000; VAS-E p<.000).VAS-A p<.0028 war nach Bonferroni-Korrektur (40 facher Wert) nicht mehr statistisch signifikant. 74% der Patienten der THT-iSyMind Gruppe waren am primären Endpunkt, 4 Wochen nach Behandlung, zudem klinisch signifikant gebessert gegen über 0% der Gruppe mit schriftlicher Psychoedukation. Im Langzeitverlauf nach 6 Monaten wurden die Selbstbeurteilungsparameter der THT-iSyMind Gruppe mit den Werten vor Behandlung verglichen, da für die Psychoedukationsgruppe keine Langzeitbeobachtung durchgeführt wurde. Dabei erwies sich die statistisch signifikante Reduktion aller Parameter in der THT-iSyMind Gruppe als stabil. Rückmeldungen der Patienten in Form freier Befragung bestätigten die erfolgreiche und stabile Übertragung von neuem Verhalten (Reduktion des Vermeidungsverhaltens) bis zum Zeitpunkt von 6 Monaten. Einige vermutete Erklärungen für die vielversprechenden Ergebnisse von THT-iSyMind in dieser Studie werden diskutiert. Fazit: Die Ergebnisse der Pilotstudie zeigen, das THT-iSyMind statistisch und klinisch signifikant die Symptome einer Spinnenphobie reduziert. Einige Überlegungen zu diesen vielversprechenden Resultaten der Studie werden diskutiert. Weitere Forschung, Wiederholung der Ergebnisse und Evaluation zur Methode THT-iSyMind ist nötig. THT-iSyMind könnte sich als Behandlungsalternative für PatientInnen, die eine in-vivo-Exposition ablehnen, erweisen.

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