Im Rahmen dieser Arbeit wurde der Fundamentalprozess der Elektron-Kern-Bremsstrahlung in inverser Kinematik am Experimentier-Speicherring ESR der GSI untersucht. Am Beispiel des Stoßsystems U88+ + N2 bei 90 MeV/u wurde gezeigt, dass sich in inverser Kinematik Koinzidenzmessungen zwischen dem gestreuten Elektron und dem emittierten Photon durchführen lassen für den Fall, in dem das einlaufende Elektron nahezu seine gesamte kinetische Energie an das Bremsstrahlungsphoton überträgt. Die Sensitivität auf den Fundamentalprozess wurde durch die Messung dreifach-differentieller Wirkungsquerschnitte in Abhängigkeit des Emissionswinkels des Photons und des gestreuten Elektrons sowie der Energie des gestreuten Elektrons erreicht. Die Optik des dazu verwendeten magnetischen Elektronenspektrometers wurde im Rahmen dieser Arbeit grundsätzlich überarbeitet und den experimentellen Anforderungen entsprechend optimiert. Durch die Analyse verschiedener Koinzidenzen war es möglich, bei diesem Stoßsystem für das Elektronenspektrum neben dem Beitrag des radiativen Elektroneneinfangs ins Projektilkontinuum auch die Beiträge des nichtraditiven Elektroneneinfangs ins Projektilkontinuum und der Projektilionisation ins Kontinuum zu bestimmen. Die experimentellen Ergebnisse wurden für jeden Prozess mit theoretischen Modellen verglichen. Die Elektronenspektren für den radiativen und den nichtradiativen Elektroneneinfang ins Projektilkontinuum geben in ihrem Verlauf deutlich die von der Theorie vorhergesagte entgegengesetzte Asymmetrie wieder. Darüber hinaus wurden auch Elektronenspektren für U28+ in Stößen mit verschiedenen Gasen gemessen.
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