Antibiotika-Resistenzen bei Verotoxin-bildenden Escherichia coli-Stämmen,isoliert aus Kot- und Lebensmittelproben der Tierart Rind

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Wiederkäuer, v.a. Rinder gelten als Reservoir für die enterovirulenten Verotoxin-bildenden E. coli (VTEC). Untersuchungen von Rinderkot ergaben sehr unterschiedliche Konzentrationen dieses Erregers, und regelmäßig werden VTEC auch in Lebensmitteln bovinen Ursprungs nachgewiesen (BÜLTE und GOLL, 2006). Eine Infektion des Menschen resultiert vorwiegend aus dem direkten Kontakt zu Tieren bzw. aus dem Verzehr entsprechend kontaminierter Lebensmittel; ebenso stellt die Übertragung von Mensch zu Mensch einen wichtigen Infektionsweg dar (RKI, 2008a). In der Literatur sind inhomogene Resistenzhäufigkeiten für aus Rindermatrizes isolierte VTEC erkennbar. Ungeachtet der häufig als niedrig taxierten Resistenzprävalenzen besteht die Gefahr einer Übertragung bereits resistenter Erreger auf den Menschen. Obwohl bei humanen VTEC-Infektionen nur in Ausnahmefällen Antibiotika anzuwenden sind, ist in der Ausbreitung resistenter Stämme eine Gefahr zukünftiger Behandlungsstrategien zu sehen, weshalb eine Überwachung der Empfindlichkeiten dieser Erreger zur Sicherung der öffentlichen Gesundheit erforderlich ist (SCHROEDER et al., 2002b). In eigenen Untersuchungen sollte daher die Resistenzlage von VTEC-Stämmen der Tierart Rind gegenüber 11 Antibiotika (Ampicillin, Amoxicillin/Clavulansäure, Cefotaxim, Cefuroxim, Ciprofloxacin, Sulfamethoxazol/Trimethoprim, Gentamicin, Levofloxacin, Meropenem, Nalidixinsäure und Tetracyclin) überprüft werden. Dazu wurden 254 VTEC Stämme (140 aus Lebensmitteln und 114 aus Kot isolierte Stämme) aus den Jahren 1987 bis 2002 auf Resistenzen gegenüber den ausgewählten antimikrobiellen Wirkstoffen untersucht. Die Empfindlichkeitsbestimmung fand zunächst mithilfe des Agardiffusionstests statt. Die mit dieser Methode als resistent bzw. mäßig empfindlich eingestuften Stämme wurden daraufhin mit dem Epsilon-Test nochmals überprüft. Die Durchführung der Empfindlichkeitsprüfungen erfolgte gemäß dem CLSI-Dokument M31-A2 (NCCLS, 2002). Insgesamt erwiesen sich 24 (17,1 %) der Lebensmittel- und 14 (12,3 %) der Kotstämme gegen ein oder mehrere antimikrobielle Substanzen als unempfindlich. Gegenüber fünf der Antibiotika (Cefotaxim, Cefuroxim, Ciprofloxacin, Levofloxacin, Meropenem) war keine Resistenz feststellbar. Obwohl sich die aus Fäzes isolierten Stämme gegenüber sechs, und die aus Lebensmitteln gewonnenen VTEC lediglich gegenüber drei Wirkstoffen als resistent erwiesen, erbrachte der Vergleich der Resistenzprävalenzen von aus Lebensmittel- und Kotproben kultivierten VTEC keine signifikanten Unterschiede. Bei den Stämmen aus Kot war im Gegensatz zu den aus Lebensmitteln isolierten VTEC eine Korrelation zwischen dem Vorkommen der Virulenzgene vtx1 sowie eae und der Resistenzhäufigkeit zu verzeichnen. Die Betrachtung eines möglichen zeitlichen Trends der Resistenzprävalenzen innerhalb der einbezogenen Jahre (1987-2002) erbrachte keine statistisch signifikante Resistenzzunahme oder abnahme. Es stellte sich zudem heraus, dass die Unempfindlichkeiten in den gewählten Beobachtungszeiträumen bei den Stämmen aus Lebensmitteln relativ homogen verteilt waren, wohingegen bei den aus Fäzes isolierten VTEC sowohl bei der Betrachtung aller Antibiotika als auch für die zwei antimikrobiellen Wirkstoffe Ampicillin und Tetrazyklin signifikante Unterschiede auffällig wurden, da die Resistenzen ausschließlich in den Zeiträumen 1988 bis 1990, 1993 bis 1996 und 1997 bis 1999 aufzufinden waren. Abschließend ist hervorzuheben, dass Rinder nicht nur als Reservoir für VTEC-Stämme im Allgemeinen, sondern auch für resistente Stämme dieser Pathogruppe anzusehen sind. Die Resistenzsituation sollte daher auch weiterhin kontrolliert werden.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2009

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