Rotationsformen des Unterkiefers bei der Herbst- Behandlung : Eine röntgenkephalometrische Untersuchung der Langzeitveränderungen der Total-, Matrix- und Intramatrix-Rotation
ZIEL: Untersuchung des kurz- und langfristigen Einflusses der Herbst-Behandlung auf die totale, matrix und intramatrix Rotation des Unterkiefers (Björk undSkieller 1983) bei hypo- und hyperdivergenten Klasse II Patienten.
MATERIAL: 17 hypodivergente (ML/NSL <= 26) und 13 hyper-divergente (ML/NSL >= 37) Klasse II Patienten, die mit der Herbst-Apparatur behandeltwurden.
METHODE: Auswertung von Fernröntgenseitenbildern des Kopfes von vor und nach 7-monatiger Herbst-Behandlung sowie 5 Jahre nach der Behandlung(Methode von Björk und Skieller, 1983).
BEFUND: Behandlungsveränderungen: In der hypo- und hyperdivergenten Gruppe lag eine leichte (n.s.) anteriore totale Unterkieferrotation (0,3° bzw.0,1°) vor. Bedingt durch eine anteriore intramatrix Rotation (0,88° bzw. 0,46°) war die matrix Rotation in beiden Gruppen posterior (hypo 0,5°; p<0,05; hyper0,4°; n.s.). Veränderungen nach der Behandlung: In beiden Gruppen lag eine (0,01 kleinerals p<0.05) anteriore totale Unterkieferrotation (hypo 2,3°, hyper 1,3°)vor. Bedingt durch eine posteriore intramatrix Rotation (0,13° bzw. 0,60°) war die matrix Rotation in beiden Gruppen anterior (hypo 2,4°; p<0,001; hyper1,9°; p<0,05). Es lag kein Gruppenunterschied vor.
FOLGERUNG: Die während des natürlichen Wachstums anteriore totale Rotation des Unterkiefers wurde während der Herbst-Behandlung nicht beeinflußt.Durch Umbauprozesse am Unterrand der Mandibula (intramatrix Rotation) war aber eine posteriore matrix Rotation zu finden. Durch einen reversiblen Umbaunach der Behandlung änderte sich die matrix Rotation nach anterior. Die Veränderungen waren bei hypo- und hyperdivergenten Patienten vergleichbar.
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