Sudden Infant Death Syndrome. Epidemiologische und ausgewählte histomorphologische Untersuchungen zum Risikoprofil des plötzlichen Säuglingstodes (SIDS) unter besonderer Berücksichtigung des Risikofaktors Hyperthermie/Schwitzen Eine rechtsmedizinische Studie

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Im Rahmen vorliegender rechtsmedizinischer Studie wurden epidemiologische und ausgewählte histomorphologische Untersuchungen zum Risikoprofil des Plötzlichen Säuglingstodes (SIDS) unter besonderer Berücksichtigung des Risikofaktors Hyperthermie/Schwitzen durchgeführt. Besonderes Ziel war es, anhand histomorphologischer Untersuchungen der Schilddrüse und verschiedener Risikoprofile von Säuglingen eine mögliche Korrelation zwischen dem Risikofaktor Hyperthermie und einer Stimulation der Schilddrüse im Sinne von Entspeicherung der Schilddrüsenfollikel herauszuarbeiten. Da ein derartiges histomorphologisches Erscheinungsbild der Schilddrüse nach aktuellem Stand der Forschung mit Stress in Verbindung zu bringen ist, lässt sich anhand dieser Studie Hyperthermie als Stress auslösender Faktor identifizieren. Grundlage dieser Studie sind Sektionsprotokolle gerichtlicher Obduktionen, die in den Jahren 1992 bis 2009 am Institut für Rechtsmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen bei 98 verstorbenen Säuglingen mit der Diagnose Plötzlicher Säuglingstod durchgeführt wurden. Verschiedene, die Hyperthermie begünstige Faktoren wie erhöhte Raumtemperatur >= 20 °C sowie Bedeckung, Bekleidung und Co-Slepping des Säuglings wurden in Beziehung zum Kolloidgehalt der Schilddrüse gesetzt. Zusammenfassend für einzelne, teilweise gleichzeitig vorhandene, Einflussfaktoren, welche eine Hyperthermie begünstigen, wie zum Beispiel die gleichzeitige Verwendung einer Bettdecke und eines Schlafsackes für den Säuglingsschlaf, wurde der Begriff Überhitzung verwendet. Diese floss als eigenständiger Parameter ebenfalls in die Auswertung ein. Die Ergebnisse deuten auf einen positiven Zusammenhang zwischen Schilddrüsenentspeicherung und Hyperthermie hin.Säuglinge, bei denen entspeicherte Schilddrüsenfollikel nachgewiesen wurden, schliefen nach den Ermittlungsergebnissen der Kriminalpolizei häufiger in einem Raum mit erhöhter Temperatur >= 20 °C (40 %), teilten sich häufiger vor dem Tode mit mindestens einer weiteren Person den Schlafplatz (Co-Sleeping) (40 %) und waren häufiger überhitzt (60 %). Vergleichend lag in der Säuglingsgruppe mit regelrechtem Kolloidgehalt der Schilddrüse der Anteil der Raumtemperatur >= 20 °C (10,5 %), des Co-Sleepings (15,8 %) sowie der Überhitzung (26,3 %) in geringerer Häufigkeit vor. Aufgrund einer zu geringen Datenlage konnten darüber hinaus für die Faktoren Bedeckung und Bekleidung sowie den weiteren Faktor Schwitzen, als Hinweis auf eine Hyperthermie, keine richtungsweisenden Ergebnisse im Zusammenhang mit der Schilddrüsenmorphologie erzielt werden. Die in der Studie zusätzlich erarbeiteten epidemiologischen Daten wie Inzidenz, Altersverteilung, Geschlechtsverteilung, Auffindesituation, etc. der Säuglinge zum Zeitpunkt des Todes entsprachen größtenteils den Forschungsergebnissen international publizierter Literatur. Eine Begründung für das charakteristische Verteilungsmuster dieser Faktoren gibt es bisher nicht. Auch die Ursache des Plötzlichen Säuglingstodes bleibt weiterhin spekulativ. Die vorliegende Studie soll daher auch als Ideenanregung zur Durchführung weiterer gezielter Forschungen zu Hyperthermie und Schilddrüsenspeicherzustand in Verbindung mit Stress bei Plötzlichen Säuglingstodesfällen dienen.

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