Die Integrität des Epithels wird durch verschiedene interzelluläre Kontakte wie Tight junctions aufrechterhalten. Die Hauptfunktion der Tight junctions besteht in der Ausbildung einer parazellulären Barriere, deren Durchlässigkeit einer ausgeprägten Regulation unterliegt. Die gingivale epitheliale Barrierefunktion kann auf physiologische, pharmakologische und pathologische Einflüsse reagieren. Zwischen der Anzahl der Tight junctions Stränge und dem transepithelialen elektrischen Widerstand besteht ein logarithmischer Zusammenhang. Bestimmte Inhaltsstoffe von Zahnpasten (wie SLS) haben dosisabhängig Einfluss auf die Zellkontakte der oralen Mukosa und somit auf die Barriere. Andere Inhaltsstoffe sind in der Lage, die desquamative Wirkung von SLS zu vermindern (Triclosan, Zink). In zahlreichen Studien wurde die Reaktion der Mukosa auf Inhaltsstoffe von Zahnpasten untersucht. Es konnten dosisabhängige Effekte gezeigt werden.Ziel vorliegender Arbeit war, den Einfluss kommerziell erhältlicher Zahnpasten auf die gingivale epitheliale Barriere in vitro zu testen. Des Weiteren sollte die Zytotoxizität der Zahnpasten untersucht werden. Dazu wurden immortalisierte gingivale humane Keratinozyten der Zelllinie Gie No3B11 über einen Zeitraum von 72 Stunden verschiedenen aufbereiteten Zahnpasten ausgesetzt. Getestet wurden die Zahnpasten Colgate (SLS und Triclosan), Rot Weiss (SLS), Dontodent Kräuter (Kamille, Myrrhe, Salbei, M. arvensis) und Aronal (SLS und Zink). Es wurden wässrige Aufbereitungen, sog. Slurries in den Verdünnungen 1:100 und 1:1000 eingesetzt. Der transepitheliale elektrische Widerstand wurde mit Hilfe eines Volt-Ohm-Meters über den Versuchszeitraum nach jeweils 1 - 8, 24, 48 und 72 Stunden gemessen. Die Zytotoxizität wurde mit Hilfe eines LDH-Tests bestimmt. Die Messung der Absorption erfolgte mittels eines Multireaders. Die Auswertung zeigte, dass keine der getesteten Zahnpasten zytotoxische Eigenschaften über den Versuchszeitraum hatte. Bei allen eingesetzten Zahnpasten konnten konzentrationsabhängig Einflüsse auf den TER beobachtet werden. Die gemessenen Mittelwerte unter Applikation der Verdünnungen 1:1000 waren zu allen Zeitpunkten höher als die der Verdünnungen 1:100. Aufbereitungen, welche den Wirkstoff SLS enthielten, verursachten signifikante und hoch signifikante Unterschiede. Der stärkste Abfall des TER wurde bei der SLS-haltigen Zahnpasta festgestellt. Der stärkste Anstieg des TER resultierte aus der Applikation der zinkhaltigen Zahnpasta. Die vorliegenden Ergebnisse weisen darauf hin, dass die negativen Effekte von SLS durch das Vorhandensein von Triclosan oder Zink vermindert wurden. Die Kombination von Zink oder Triclosan im Vergleich zur SLS-haltigen Zahnpasta induzierten eine Erhöhung der TER-Werte. Die Ergebnisse zeigen, dass SLS-haltige Zanhpasta-Aufbereitungen den TER konzentrationsabhängig erniedrigen können. Triclosan und Zink scheinen einen eher protektiven Effekt auf die Barrierefunktion zu haben.
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