Netzhautgefäßpathologien in einem Rattenmodell für periventrikuläre Leukomalazie : ein neues Modell für die Frühgeborenenretinopathie beim Menschen?

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In der Arbeit "Netzhautgefäßpathologien in einem Rattenmodell für periventrikuläre Leukomalazie - ein neues Modell für die Frühgeborenenretinopathie beim Menschen?" wurde im Rahmen einer interdisziplinären Forschungskooperation zwischen der Augenklinik Gießen und der Kinderklinik Marburg ein Rattenmodell für die periventrikuläre Leukomalazie etabliert. Da die PVL bei frühgeborenen Babys häufig in Kombination mit der Frühgeborenenretinopathie auftritt, wurden (neben dem Gehirn durch die Marburger Gruppe) auch die Augen der Versuchstiere untersucht. Die Analyse beider Organe im selben Tierversuch verspricht neue und wertvolle Daten, da bisher ausschließlich Tiermodelle für die PVL und die ROP einzeln existierten. Im Versuch erhielten neonatale Rattenwelpen an P6 eine unilaterale Ligatur der Arteria carotis communis und wurden in vier Gruppen unterschiedlichen hypoxischen und/oder hyperoxischen Bedingungen ausgesetzt. Die Augen der Tiere wurden danach zu verschiedenen Zeitpunkten in vivo fluoreszenzangiographisch und post mortem molekularbiologisch und immunhistochemisch untersucht.Bei den Tieren ließ sich eindeutig eine Wachstumsverzögerung bzw. Schädigung des retinalen Gefäßsystems feststellen. Dazu gehörte eine Retardation der Entwicklung des tiefen retinalen Gefäßplexus, Verzögerungen in der endgültigen Differenzierung des Gefäßdurchmessers, Hypoxie/Ischämie- bzw. Hyperoxie bedingte Variationen in der Kapillarformation und eine eindeutig verlangsamte Maturation des gesamten Gefäßnetzwerks. Bezüglich der Genexpression wurden insgesamt milde Veränderungen beobachtet, sehr auffällig waren jedoch die Herunterregulation der VEGF-A Expression in den mit Hyperoxie behandelten Gruppen sowie eine deutliche Heraufregulation von Nos2 und TNFα in den Versuchsgruppen mit maximaler Intervention.Durch das PVL-Rattenmodell gelingt somit die Etablierung einer milden bis mäßigen retinalen Gefäßpathologie. Im Vergleich zu den teilweise übertriebenen Veränderungen reiner ROP-Modelle weist die vorliegende Arbeit einen besonders großen Bezug zur klinischen Situation auf, indem gerade die häufigen, mäßig schweren ROP Formen besonders gut wiedergespiegelt werden. Der Einsatz neuroprotektiver und/oder vasoprotektiver Substanzen ist hier somit durchaus erfolgsversprechend und könnte in Zukunft vor allem Daten bezüglich einer Intervention gegen die verzögerte Gefäßmaturation liefern.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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