Studienzufriedenheit und psychische Belastungen von Medizinstudierenden : ein Vergleich zwischen Studierenden in München und Witten/Herdecke

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Die aktuelle Auseinandersetzung mit der Arbeitssituation von Medizinerinnen und Me-dizinern zeigt, neben sehr guten Berufs- und Karriereaussichten, vor allem eine deut-lich erhöhte Arbeitsbelastung, die zum Teil weitreichende Folgen für die psychische Gesundheit und das Gesundheitsverhalten der Ärztinnen und Ärzte hat. Studien zei-gen, dass diese Belastungen bereits im Studium beginnen und schon Medizinstudie-rende in ihrer psychischen Gesundheit gefährdet sind. Ziel dieser Studie ist es, die verschiedenen Einflussfaktoren auf die Studien- und Le-benszufriedenheit, die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die psychische Ge-sundheit der Medizinstudierenden genauer zu beleuchten. Zu diesem Zweck wurden n = 76 Medizinstudierende der Universität Witten/Herdecke und n = 343 Medizinstudie-rende der Ludwig-Maximilians-Universität München mittels einer Online-Fragebogenbatterie, bestehend aus den etablierten Selbstbeurteilungsinstrumenten SWE, ADS-K, PSQ, SF-12 und STQL-S, befragt (Kohls et al. 2012). Die Studierenden beider Universitäten zeigen sich deutlich belasteter als die gleichalt-rige Allgemeinbevölkerung. Defizite ergeben sich sowohl für die gesundheitsbezogene Lebensqualität als auch für die psychische Gesundheit und im Gesundheitsverhalten. Für die Studierenden, die in Witten/Herdecke nach einem Reformstudiengang lernen ergeben sich signifikant bessere Werte bezüglich Stressbelastung, Depressivität, Zu-friedenheit und Selbstwirksamkeitserwartung, trotz ähnlicher Arbeitsbelastung sowie vergleichbaren Stressbewältigungs- und Coping-Strategien. Die Zufriedenheit mit dem Studium scheint größtenteils durch die subjektive Belastung und die psychische Ge-sundheit, aber auch durch die Wohnsituation der Studierenden und die Form des Cur-riculums beeinflusst zu sein.Die vorliegende Studie bestätigt den hohen Bedarf an weiteren Reformen der medizini-schen Ausbildung und umfangreichen Präventionsangeboten von Seiten der Hoch-schulen. Eine systematische Aufklärung über Stressoren und Risikofaktoren im Studi-um und späteren Berufsleben, innovative Lehrkonzepte über gesundheitsförderndes Verhalten, spezielle Kurse zu Stressbewältigung und Lernstrategien im Medizinstudium und das Angebot niederschwelliger Beratungsangebote könnten die Studienzufrieden-heit und somit auch die Lebensqualität der angehenden Medizinerinnen und Mediziner deutlich erhöhen.

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Giessen : Laufersweiler

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