Zur Abschätzung der radiobiologischen Sicherheit des Verfahrens wird in dieser Arbeit die Radiosynoviorthese (RSO) mit Re-186 und Er-169 hinsichtlich biologischer Strahleneffekte untersucht.Bei 23 Patienten wurde eine RSO mit Rhenium-186-Sulfid- (10 Patienten) oder Erbium-169-Zitratkolloid (13 Patienten) durchgeführt. Das behandelte Gelenk wurde anschließend ruhig gestellt. Bei allen Patienten erfolgte vor und 17 19 Tage (Re-186) bzw. 45 50 Tage (Er-169) nach der RSO eine venöse Blutentnahme. Zur Analyse der Strahlenexposition wurde die Häufigkeit von dizentrischen Chromosomen in Lymphozyten der ersten Zellteilung in vitro bestimmt. Pro Patient wurden mindestens 1000 Zellen vor und nach der RSO untersucht, was nach längerer Einwirkung niederenergetischer Strahlung ausreichend ist, um im bestrahlten Kollektiv die im Rahmen der RSO erwarteten Strahlendosen nachzuweisen. Ergänzend wurde bei den mit Re-186 behandelten Patienten der Aktivitätsabtransport aus dem Gelenk mittels Ganzkörperszintigraphie bestimmt.In der Untersuchung von insgesamt 47017 Zellen fanden sich vor RSO mit Re-186 bzw. Er-169 40 bzw. 88, danach 59 bzw. 105 dizentrische Chromosomen in Lymphozyten des peripheren Blutes. Eine signifikante Zunahme der dizentrischen Chromosomen nach der RSO zeigte sich nicht. Der Aktivitätsabtransport nach RSO mit Re-186 lag durchschnittlich unter 5 % (unter 3 MBq) und ist damit als gering einzustufen.Die Ergebnisse der Untersuchung von Chromosomenaberrationen und des Aktivitätsabtransports nach Radiosynoviorthese mit Rhenium-186 und Erbium-169 sprechen für eine geringe Strahlenexposition der Patienten und damit für die Sicherheit des Verfahrens.
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