Bewährung neuer Werkstoffe zur Herstellung und Befestigung temporärer Restaurationen in der Zahnmedizin : eine prospektive klinische Studie

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Eine zuverlässig befestigte und einwandfrei gefertigte temporäre Restauration spielt eine entscheidende Rolle in dem Behandlungskonzept einer definitiven, prothetischen Versorgung und ist demzufolge ausschlaggebend für einen langfristigen Zahnerhalt.Ziel der vorliegenden prospektiven, klinischen Studie war es, zwei neu entwickelte Dentalmaterialien zur Herstellung (SuPro100) und Befestigung (3M Temporary Cement) temporärer Restaurationen jeweils mit einem etablierten Werkstoff (Protemp 4/ Temp Bond NE) bezüglich ihres Patientenkomforts, der Verarbeitbarkeit und der Retention zu vergleichen.In die Studie wurden 67 Patienten mit insgesamt 102 vitalen Zähnen eingeschlossen. Im Anschluss an die Präparation erhielten die Studienzähne für einen einwöchigen Tragezeitraum eine aus Protemp 4 gefertigte temporäre Krone, welche anschließend für weitere zwei Wochen Tragezeit durch eine SuPro100-Restauration ersetzt wurde. Die zweite Restauration wurde jeweils eine Woche mit einem der beiden temporären Befestigungszemente eingegliedert (Cross-Over-Design). An jedem der drei Behandlungstermine wurden die Patienten unter Verwendung eines Dokumentationsbogens zu momentanen Schmerzen und Empfindlichkeiten an den Studienzähnen befragt. Das Ausmaß der Zahnempfindlichkeit musste dabei auf einer VAS-Skala wiedergegeben werden. Außerdem ermittelten ausgewählte Zahnärzte die durch den Zement erzeugte Retention in Abhängigkeit von der für die Entfernung der temporären Krone notwendigen Kraft. Zum Abschluss der Datenerhebung mussten die Anwender ihre Einschätzung zu den Verarbeitungseigenschaften der Studienmaterialien abgeben. Hinsichtlich des Patientenkomforts unterlag der neu entwickelte temporäre Befestigungszement dem etablierten Material statistisch signifikant (p<0,01; Wilcoxon-Rang-Test), wobei sich dieser signifikante Unterschied zwischen den beiden Materialien nach einem einwöchigen Tragezeitraum der Restauration nicht mehr in der statistischen Analyse nachweisen ließ (p>0,05; logistische Regression). Die Abwandlung der Befestigungsmethode, die einer Erhöhung des Feuchtigkeitsniveaus auf der Zahnoberfläche bei der Anwendung des 3M Temporary Cements entsprach, schwächte das Ausmaß der Zahnempfindlichkeiten. Ein signifikanter Komfortunterschied zwischen den Applikationsmethoden konnte jedoch statistisch nicht festgestellt werden. Die beiden temporären Restaurationsmaterialien unterschieden sich nicht signifikant bezüglich des Patientenkomforts (p>0,05; logistische Regression), wenngleich das neu entwickelte dem etablierten Material etwas überlegen schien. Der 3M Temporary Cement verfügte gegenüber dem etablierten Befestigungszement zudem über eine statistisch signifikant höhere Retention (p<0,001; Wilcoxon-Rang-Test).Abschließend zeigen die beiden temporären Restaurationsmaterialien sich somit gleichermaßen geeignet für den gewünschten Anwendungsbereich, während der neu entwickelte temporäre Befestigungszement möglicherweise aufgrund seiner Retentionszuverlässigkeit und seiner anwenderfreundlichen Verarbeitungseigenschaften gegenüber dem etablierten Material präferiert werden könnte. Allerdings wies der 3M Temporary Cement deutliche Schwächen bezüglich des Patientenkomforts auf. Obwohl die zementinduzierte Pulpairritation die Gesundheit der Zähne offensichtlich nicht langfristig beeinflusste, kann zum jetzigen Zeitpunkt dennoch keine uneingeschränkte Anwendungsempfehlung für das neu entwickelte Befestigungsmaterial ausgesprochen werden.

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