Transvenöse Embolisation des mittelgroßen persistierenden Ductus arteriosus (2,6 - 4,0 mm) mit einem neuen Coil-System beim Hund
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Zusammenfassung
Die interventionelle Therapie zum Verschluss des persistierenden Ductus arteriosus hat in der Veterinärmedizin einen gleichberechtigten Platz mit der chirurgischen Variante eingenommen. Wichtig ist dabei, ein sicheres und effektives Veschlusssystem zu verwenden. In der Humanmedizin haben sich dafür fasertragende Drahtspiralen (Coils) der Stärke 0,038 Inch etabliert. Obwohl ideal für ihren Einsatz beim kleinen PDA ist jedoch schon beim mittelgroßen PDA ein vollständiger Verschluss mit einem singulären Coil oftmals nicht zu erreichen. Hierfür wird häufig die Multiple-Coil- Technik benutzt, bei der nacheinander mehrere Coil implantiert werden. Damit wird versucht, den Restshunt zu reduzieren. Allerdings erhöhen sich die Eingriffsdauer, die Strahlenbelastung, das Risiko einer Coil-Dislokation und einer Hämolyse sowie die Kosten. Untersuchungsziel dieser Arbeit war es daher, mittelgroße PDA mit einem singulären und stufenförmigen Coil-System sicher und effektiv zu verschliessen. In der vorliegenden Studie wurden 40 Patienten mit einem mittelgroßen PDA (2,6 - 4,0 mm) in die Studie aufgenommen, weitere schwere angeborene kardiale Defekte galten als Ausschlusskriterium. In der Katheterintervention wurde der PDA zunächst angiographisch dargestellt, morphologisch klassifiziert und ausgemessen. Anschließend erfolgte die Coil-Implantation transvenös. Dabei wurde der Coil nach 2 Kriterien ausgewählt: Erstens musste der Coil-Durchmesser mindestens doppelt so groß wie die angiographisch gemessene Ductus-Engstelle sein, und zweitens wurde der größtmögliche Coil mit einem Durchmesser von maximal einem Millimeter größer als der angiographisch gemessene PDA-Ampullendurchmesser ausgewählt. Druckund Sauerstoffmessungen vor und nach der Implantation sowie eine Kontrollangiographie dienten der Überprüfung des unmittelbaren Therapieerfolges. Klinische und echokardiographische Kontrollen wurden 3 Monate nach der Implantation durchgeführt. Eine weitere Untersuchung ein Jahr nach dem Eingriff wurde angeraten. Das Alter der Hunde betrug zwischen 2,2 und 58,1 Monaten (Median: 6,1 Monate), das Körpergewicht lag zwischen 3,2 und 28,0 kg (Mittelwert ± SD: 11,99 ± 6,84 kg). Folgende PDA-Formen waren vertreten: 33 mal Typ E (lang und konisch) und 7 mal Typ A (konisch). Der Durchmesser des PDA an der pulmonalen Engstelle betrug 2,6 3,9 mm (3,13 ± 0,38 mm). Die Implantation gelang bei allen 40 Patienten. Lebensbedrohliche Komplikationen traten in Form von schweren Rhythmusstörungen traten bei 3 Hunden auf. Angiographisch konnte unmittelbar nach Platzierung des Coils bei 20/39 ein vollständiger Shuntverschluss dokumentiert werden. Bei einem Patienten konnte keine Angiographie nach Implantation des Coil durchgeführt werden, da der arterielle Zugang fehlte. Parallel dazu zeigte sich bei den Patienten eine signifikante Abnahme des Shuntquotienten und der linksventrikulären Volumenbelastung. Die Doppler-Echokardiographisch belegte Verschlussrate nach 24 Stunden, 3 und 12 Monaten lag bei 50%, 75% und 90%. Bei der 3-Monats-Untersuchung wurde untersucht, in wieweit die Restshunts noch eine Volumenbelastung verursachen. Hierbei zeigte sich bei keinem der untersuchten Parameter ein signifikanter Unterschied zwischen den Hunden mit Komplettverschluss gegenüber den Hunden mit Restshunt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die zu prüfende transvenöse Embolisation des PDA (2,6 - 4,0 mm) mittels eines singulären konischen Coils einfach und sicher ist. Es bleiben nach 3 bzw. 12 Monaten noch bei ca. 25% bzw. 10% der Patienten kleine Restshunts, welche jedoch bereits bei der 3-Monats-Untersuchung keine hämodynamische Belastung mehr darstellenVerknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2012
