Beschreibung eines Patientenkollektives des "Hessischen Zentrums für Klinische Umweltmedizin" anhand Anamnese und Diagnostik unter Einsatz verschiedener psychometrischer Verfahren

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Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, ein Patientenkollektiv des 'Hessischen Zentrums für Klinische Umweltmedizin' anhand Anamnese und Diagnostik unter Einsatz psychometrischer Verfahren zu beschreiben. Dazu wurden 53 Patienten bei ihrem ambulanten Termin in der Umweltmedizinischen Ambulanz des HZKUM gebeten, psychometrische Erhebungsinstrumente zu den Themen Alexithymie (TAS-26), Krankheitstheorien (PATEF), Umweltbesorgnis (SUB), gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-36), somatoforme Störungen (SOMS) und psychische Belastung (SCL-90-R) auszufüllen. Die Ergebnisse zeigen, dass die untersuchten Studienteilnehmer Anamnese und Befunde betreffend umweltmedizinischen Patienten anderer Ambulanzen/Studien ähneln. Das heterogene Studienkollektiv konnte anhand der Diagnosen in die Gruppen 'somatisch', 'nicht erklärbar' und 'psychosomatisch' eingeteilt werden, wobei sich diese Gruppeneinteilung nicht nur im Bezug auf die gestellten Diagnosen bestätigt hat. Bei allen psychometrischen Erhebungsinstrumenten ergaben sich signifikante/hochsignifikante Unterschiede im Vergleich zu den jeweiligen Normkollektiven: Die Teilnehmer, die sich als weniger umweltbesorgt als die Norm herausstellten, wiesen teilweise Schwierigkeiten bei der Identifikation von Gefühlen und dadurch ausgelösten körperlichen Reaktionen auf sowie eine eher oberflächliche Betrachtungsweise komplexer Zusammenhänge ('extern orientierter Denkstil'). Es überwiegte Unentschlossenheit bzgl. der Krankheitsursachen ('diffuse Krankheitstheorie'). Die subjektiv empfundene Lebensqualität wurde als schlecht beurteilt. Es gab einen hohen Anteil an Patienten mit somatoformen Störungen und es lag eine messbare psychische Belastung der Teilnehmer vor. Aus den Ergebnissen wurde geschlossen, dass TAS-26, PATEF und SOMS Instrumente für den Einsatz in der Klinischen Umweltmedizin sein könnten, um eine bessere Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt zu gewährleisten. Des weiteren könnte der Aspekt des 'extern orientierten Denkstils' und der 'diffusen Krankheitstheorie' bei diesen Patienten in weiteren Studien verfolgt werden als mögliche fördernde Faktoren bei der Entstehung von 'Umweltkrankheiten'.

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