Ärzte und unkonventionelle Krebstherapien : Kenntnisstand und Konzepte in Deutschland

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Einleitung: Die Zunahme an Krebserkrankungen sowie die verstärkteNachfrage nach komplementären und alternativen Methoden (CAM) in derOnkologie geben Anlass, auch die ärztlichen Einschätzungen zur Thematiknäher zu betrachten. Methode: Für die vorliegende Untersuchung wurden niedergelassene Ärztemittels zugesandtem Fragebogen zur Einschätzung von Kenntnisstand undWertigkeit unkonventioneller Heilmethoden, genutzten Informationsquellenund zur subjektiven Krankheitsätiologie befragt. Ergebnisse: Bei den befragten Ärzten war die Misteltherapie die bekannteste unkonventionelle Therapiemaßnahme, deren Wert deutlich als hilfreich eingeschätzt wurde. Generell wurden die unkonventionellen Heilmethoden auch bei geringem Kenntnisstand überwiegend positiv bewertet, wobei der Nutzen der jeweiligen Methode mit steigendem Bekanntheitsgrad entsprechend höher eingeschätzt wurde. Bei den subjektiven Einschätzungen zur Krankheitsätiologie fiel auf, dass neben den allgemein anerkannten Krebsursachen vor allem psychologische Ursachenfaktoren genannt wurden. In Abhängigkeit verschiedener demographischer Faktoren, insbesondere der Fachrichtung, differieren sowohl der Bekanntheitsgrad der Methoden, als auch die Angaben zur Nutzungshäufigkeit diverser Informationsquellen; die subjektiven Einschätzungen zur Krankheitsätiologie weisen jedoch kaum Unterschiede in Abhängigkeit der verschiedenen Faktoren auf. Diskussion: Die Ergebnisse dieser Untersuchung machen deutlich, dass dieÄrzte gegenüber alternativen und unkonventionellen Krebstherapienüberwiegend positiv eingestellt sind. Der nachgewiesene Unterschiedzwischen dem eher geringen Kenntnisstand und einer guten Einschätzungder Wertigkeit, insbesondere der psychologischen Methoden, macht dieUnsicherheit der Ärzte auf diesem Themengebiet deutlich. Zusammenfassung: Bei der Komplementärmedizin in der Onkologie geht es nicht in erster Linie um den wissenschaftlich fundierten Wirksamkeitsnachweis eines Mittels oder Verfahrens, sondern um Wille, Wohl und Sicherheit des Patienten im Rahmen seines selbst bestimmten Verhaltens in der Krankheit.Unkonventionelle Therapieverfahren, welche offensichtlich einen hohenAkzeptanzgrad in der Ärzteschaft aufweisen, sollten offen und objektiv unddennoch kritisch betrachtet und bewertet werden. Studien unter Evidenzbasierten Gesichtspunkten zu Wirksamkeit und Unbedenklichkeitkomplementärer und alternativer Heilmethoden tragen zu einer Verbesserung der Einschätzung von Nutzen oder Schaden bei. Eine bessere ärztliche Ausbildung hinsichtlich unkonventioneller Therapieverfahren erscheint wünschenswert. Einheitliche Definitionen der unkonventionellen Therapieverfahren unter Verwendung einheitlicher Studien-Charakteristika sollten in zukünftigen Studien eine bessere Vergleichbarkeit ermöglichen.

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