Charakterisierung der phänotypischen Resistenz von Hepatitis-B-Virus Mutanten gegenüber antiviralen Nukleosid- und Nukleotidanaloga

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Zurzeit sind etwa 240 Mio. Menschen auf der Welt chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) infiziert. Im Gegensatz zu einer akuten Infektion sollte die chronische Hepatitis B therapiert werden, um das Risiko von oft fatalen Folgeerkrankungen zu minimieren. Die Therapie mit Interferon alpha ist nur bei einem Teil der Patienten erfolgreich. Daher bleibt vielen Patienten nur eine Therapie mit Inhibitoren der viralen Reversen Transkriptase. Diese muss jedoch meist lebenslang erfolgen, da die ungewöhnlich hohe Variabilität dieses DNA-Virus eine Resistenzbildung begünstigt. Deshalb ist eine optimale und individualisierte Therapie von großer Bedeutung. Mithilfe genotypischer Analysen der HBV-Genome können bereits bekannte virale Resistenzmutationen identifiziert und so die antivirale Behandlung angepasst werden. Aber nur mit einer phänotypischen Charakterisierung können neue, bislang unbekannte HBV-Varianten eindeutig identifiziert und mit einer Resistenz verknüpft werden.Der bereits in der Arbeitsgruppe von PD Dr. D. Glebe am Institut für Medizinische Virologie der Universität Gießen etablierte phänotypische Assay zur viralen Resistenzbestimmung des HBV wurde weiter optimiert, um auch für HBV-Mutanten mit sehr geringer Replikation noch verlässlichere und genauere Resistenzdaten ermitteln zu können. Die Verlässlichkeit des verwendeten Assays konnte in einer Ringstudie mit einer ebenfalls am Projekt beteiligten Arbeitsgruppe bestätigt werden.Außerdem wurde eine neue Methode für den Replikationsnachweis von 1.5-fachen Überlängenkonstrukten entwickelt. Zumindest HBV-Isolate mit einer ausreichend starken Replikation können daher jetzt auch unter der vollständigen Kontrolle ihres natürlichen Promotors phänotypisch charakterisiert werden.Im Rahmen eines vom BMBF-geförderten Projekts zur Molekularen Diagnostik (HOPE-Projekt) wurden in dieser Arbeit 26 HBV-Isolate aus chronisch infizierten Patienten auf ihre Resistenz gegen die vier bedeutendsten antiviralen Medikamente (Lamivudin, Adefovir, Entecavir und Tenofovir) getestet. Ein Großteil der Ergebnisse bestätigte die bisherigen Erkenntnisse über die Resistenzentwicklung. Einige Phänotypen konnten jedoch anhand der bekannten Resistenzmutationen nicht erklärt werden. So wurde eine Kreuzresistenz auf Grundlage der Lamivudin-Resistenzmutationen rtM204I/V gegen Adefovir und Tenofovir detektiert, die außerhalb des HOPE-Projekts bisher nicht beschrieben wurde. Außerdem wurde ein vermindertes Ansprechen auf hohe Entecavirkonzentrationen im phänotypischen Assay festgestellt.Die außergewöhnlich hohe Adefovir- und Tenofovirresistenz des bereits zuvor charakterisierten multiresistenten Isolats FvB 150 1 war allein mit den bekannten Mutationen rtA181T und rtN236T nicht zu erklären. Es konnte gezeigt werden, dass neben diesen beiden Mutationen der Austausch T76S in der Primerdomäne für die hohen Resistenzen verantwortlich ist. Damit wurde erstmals ein Aminosäureaustausch außerhalb der Reversen Transkriptase der HBV-Polymerase als Resistenzmutation identifiziert.Unabhängig davon wurden weitere virale Varianten getestet, die in einer kürzlich publizierten Studie beschrieben wurden. Sie wurden gehäuft in Patienten, die während der Therapie einen virologischen Durchbruch der HBV-Infektion erlitten hatten, gefunden und standen daher im Verdacht einen Einfluss auf die Resistenzentwicklung zu haben. Die ermittelten phänotypischen Daten zeigten jedoch, dass es sich bei den Austauschen rtS78T, rtL229F/V und rtM309K wahrscheinlich nicht um Resistenzmutationen handelte.

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