Kollaboratives räumliches Schlussfolgern und Überzeugungsrevision

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Es liegt in der Natur des Menschen, die Welt um sich herum zu entdecken und zu verstehen. Dazu ziehen wir fortwährend Schlussfolgerungen aus gegebenen Tatsachen und erlangen somit stetig neue Erkenntnisse. Das Schlussfolgern aus räumlichen Inhalten ist dabei eine spezielle Form des Denkens und hat sich in den letzten Jahrzehnten als eigenes Forschungsgebiet etabliert. Obwohl Kognitionswissenschaftler und Kognitionswissenschaftlerinnen sehr viel dazu beigetragen haben, die Prozesse beim räumlichen Schlussfolgern aufzuklären, haben sie einen wichtigen Einflussfaktor menschlichen Denkens vernachlässigt: die Gruppe. Das Ziel der vorliegenden Arbeit war deshalb zu untersuchen, wie mehrere Personen gemeinsam in einer Gruppe Schlussfolgerungen ziehen. In drei experimentellen Teilen habe ich jeweils eine von drei Phasen des räumlichen Schlussfolgerns (Konstruktion, Variation und Revision räumlicher mentaler Modelle) bei Gruppen getestet und mit den Leistungen von Individuen verglichen. Ich konnte zeigen, dass Gruppen analog zum individuellen Denken mentale Repräsentationen konstruieren und die Gruppenmitglieder dabei so viele Informationen wie möglich untereinander austauschen (Experiment 1 und 2). Bei der wichtigsten Phase des Schlussfolgerns der Variation mentaler Modelle waren Gruppen den Individuen überlegen (Experiment 3, 4 und 5). Selbst Gruppen, deren Mitglieder zuvor alleine nicht die Lösung finden konnten, waren durch Kollaboration in der Lage, eine valide Konklusion zu ziehen (Experiment 5). Zusätzlich zu den Befunden aus Gruppentestungen habe ich gezeigt, dass selbst ohne eine direkte Interaktion mit anderen Personen beim Revidieren räumlicher Überzeugungen ein Konformitätsdruck entstehen kann (Experiment 6) und die Vertrauenswürdigkeit der Quelle die Entscheidungen bei der Überzeugungsrevision erleichtern kann (Experiment 7). Meine Befunde zeigen also, dass der soziale Kontext ein wichtiger Aspekt für das menschliche Denken ist. Deshalb fasse ich meine Befunde in einer Theorie kollaborativen räumlichen Schlussfolgerns zusammen und zeige nicht nur, weshalb die Gruppe den Individuen beim Denken überlegen ist, sondern auch, wie Fehler beim kollaborativen Denken entstehen können.

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