Chromatische Pupillometrie bei ehemaligen Extremfrühgeborenen mit und ohne Frühgeborenenretinopathie in der Anamnese

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Die Entwicklung der Netzhaut beginnt im 1. Monat der Schwangerschaft und persistiert bis zu einigen Jahren nach der Geburt. Eine verfrühte Entbindung stört diesen Reifungsprozess und kann zu postpartalen retinalen Schäden und einem erhöhten Risiko für Ametropien und Amblyopien im Kindesalter führen. Besonders Frühgeborene vor der 32. Gestationswoche sind von einer Frühgeborenenretinopathie (ROP) bedroht und bedürfen regelmäßiger ophthalmologischer Kontrollen und einer Therapie bei Progredienz der Erkrankung. Die Auswirkungen von Frühgeburt und ROP auf die Netzhaut sind bisher noch nicht vollständig geklärt und werden bisweilen in zahlreichen Studien erforscht. Ziel der vorliegenden Arbeit war es die kindliche Netzhaut durch Applikation rezeptorspezifischer Lichtstimuli und Messung ihrer Aktivität über den Pupillenlichtreflex näher zu beschreiben (Pupillometrie).Die in dieser Studie durchgeführte Pupillometrie ist Teil einer prospektiven Langzeitnachverfolgungsstudie ehemals frühgeborener Kinder, die nach ihrer Geburt im Rahmen einer multizentrischen Studie in den Jahren 2001-2007 mittels digitaler Weitwinkelkamera (RetCam) untersucht wurden. Der Status der Netzhaut bezüglich akuter ROP sowie Geburtsgewicht, Gestationsalter und Komorbiditäten der Kinder wurde in einer digitalen Datenbank festgehalten. Diese diente als Grundlage der aktuellen Studie, welche 2011 initiiert wurde. Hierfür wurden 191 Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahre rekrutiert und in vier Gruppen eingeteilt: Gesunde Frühgeborene ohne ROP, Frühgeborene mit spontan zurückgebildeter ROP, Frühgeborene mit behandlungsbedürftiger ROP und termingeborene Kinder.Durch Reizung der Netzhaut mittels kurzwelliger Strahlung geringer Leuchtdichte bei dunkler Umgebung wurde vornehmlich das Stäbchensystem angesprochen, durch Applikation langwelliger Strahlung hoher Leuchtdichte bei Raumhelligkeit vornehmlich das Zapfensystem. Die Auswertung der Daten ergab eine signifikant geminderte Aktivität der Zapfen bei Frühgeborenen mit spontan zurückgebildeter ROP in der Anamnese. Eine makuläre Reifungsstörung im Rahmen der Frühgeburt scheint ebenfalls die Photorezeptoren längerfristig negativ zu beeinflussen. Zahlreiche Studien unterstützen unsere Ergebnisse.Die chromatische Pupillometrie ermöglicht als schnelles und nicht invasives Verfahren ohne Weittropfen des Patientenauges die isolierte Messung der Aktivität von Stäbchen, und Zapfen über den Pupillenlichtreflex. Hierbei könnten in Zukunft nach Etablierung von Standards das Ausmaß retinaler Erkrankungen und deren Therapieverfahren objektiviert werden.

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