Kognitive Prozesse bei der Lösung einfacher und komplexer T-Labyrinthe bei schizophrenen Patienten

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Labyrinthaufgaben haben in der Kognitionsforschung im Bereich schizophrener Erkrankungen eine lange Tradition. Ihre Bearbeitung verlangt den Einsatz und die Koordinierung verschiedener kognitiver Teilfunktionen, was sie zur Untersuchung schizophrener Erkrankungen als besonders geeignet erscheinen lässt, da hier eine kognitive Dysmetrie, also eine Störung bei der Koordinierung verschiedener Funktionen, diskutiert wird. Ein Nachteil der traditionell eingesetzten, auf Porteus zurückgehenden Labyrinthaufgaben ist, dass eine schlechte Leistung beim Labyrinthlösen nicht direkt auf Störungen bestimmter Funktionen zurückgeführt werden kann. Ziel der vorliegenden Arbeit ist daher, mit Hilfe eines neu entwickelten Labyrinth-Untersuchungsansatzes (Hanisch 2006) zu untersuchen, ob sich Defizite bei der Bearbeitung von Labyrinthaufgaben bei schizophrenen Personen auf Störungen exekutiver Funktionen oder auf Beeinträchtigungen in eher elementaren kognitiven Prozessen wie der Response-Selektion eingrenzen lassen.Es wurden 18 an einer Schizophrenie erkrankte Personen untersucht, für die jeweils ein gesunder Kontrollproband rekrutiert wurde, der die Match- Kriterien Alter, Geschlecht und Schulbildung erfüllte. Dabei wurde die Präsentationsweise, das Vorhandensein von Entscheidungssituationen, die verfügbare Informationsmenge und die Elementposition variiert.Defizite schizophrener Patienten ließen sich bereits bei der Darbietung einzeln präsentierter Entscheidungssituationen nachweisen. Während gesunde Kontrollprobanden eine Richtungsentscheidung parallel zur Exekution und Kontrolle einer Bewegung durchführen, benötigen schizophrene Patienten schon in einer einzelnen Entscheidungssituation mehr Zeit. Werden dagegen mehrere Entscheidungssituationen in Form eines Labyrinthes dargeboten, verschwinden die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen unabhängig von den experimentellen Manipulationen der Labyrintheigenschaften: D. h. die Patienten benötigen eine vergleichbare Zeit für eine vergleichbar präzise Bewegung wie die gesunden Kontrollprobanden. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Patienten bereits bei einer relativ einfachen Aufgabe Verarbeitungsprozesse einsetzen, wie sie von den gesunden Personen erst in einer komplexeren Aufgabe eingesetzt werden. Dies legt die Existenz von Defiziten der Patienten bei relativ niedriger Aufgabenschwierigkeit nahe, die sich dann bei höherer Aufgabenschwierigkeit nivellieren. In der vorliegenden Untersuchung sind keine Störungen exekutiver Funktionen beobachtbar, sondern eher Defizite in eher elementaren Prozessen wie der Response-Selektion, die sich schon in einfachen Aufgaben, die Entscheidungen verlangen, auswirken.

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