Die Gießener Veterinärmedizinische Fakultät zwischen 1933 und 1957

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

In der Weimarer Republik beginnend spannt diese Arbeit zur Geschichte der Veterinärmedizinischen Fakultät Gießen den Bogen über die Zeit des Nationalsozialismus, die Kriegs- und Nachkriegsjahre, das Ende der 1607 gegründeten Ludoviciana mit anschließendem Hochschulprovisorium bis zur Wiedereröffnung als Justus-Liebig-Universität im Jahre 1957. Dazu wurden neben einschlägigen Publikationen vor Allem sach- und personenbezogene Akten aus dem Universitätsarchiv Gießen ausgewertet und als weitere Quellen Originalakten der NSDAP und anderer NS-Organisationen sowie Spruchkammerunterlagen hinzugezogen. Schließlich fanden Mitteilungen in veterinärmedizinischen Fach- und Standeszeitschriften Berücksichtigung, und ergänzend erfolgte eine Befragung von Zeitzeugen. Die kontinuierliche Spezialisierung der Lehrfächer der Veterinärmedizinischen Fakultät seit ihrer Gründung 1914, die Erweiterung des Lehrkörpers und die Studienbedingungen werden ebenso dargestellt, wie der Ausbau von Instituts- und Kliniksgebäuden und die institutionellen Umstrukturierungen. Auf die ohne großes Aufheben erfolgte Gleichschaltung der Fakultät nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wird eingegangen. Die Politisierung des Lehrkörpers durch fast ausschließliche Berufung von auswärtigen Wissenschaftlern, die NSDAP-Mitglieder waren, sowie der Werdegang des rechtsgerichteten NS-Opponenten Oberassistent Otto Dehner werden analysiert. Die Übernahme von als kriegswichtig eingestuften Forschungsaufträgen durch einzelne Dozenten zu Fragen der Nahrungsmittelnutzung im Sinne der Autarkie, sowie zu Tierseuchen und zur Kriegsveterinärchirurgie kann belegt werden. Ansätze zur nationalsozialistischen Erziehung der Studenten können festgestellt werden, ebenso wie einzelne Fälle von Exmatrikulation jüdischer Veterinärmedizin-Studenten und von Ablehnung jüdischer Studienbewerber. Die verheerenden Folgen der Kriegszerstörung, die Schließung der Ludwigs-Universität 1946 mit Verlust des Universitätsstatus und der durch die Entnazifizierung verursachte Dozentenmangel gefährdeten die Kontinuität der Veterinärmedizinischen Fakultät aufs Äußerste. Die Auswertung der Spruchkammerverfahren ergab, dass 25% der Professoren der Veterinärmedizinischen Fakultät im ersten Verfahren als Minderbelastete und im zweiten Verfahren als Mitläufer und 40% der Dozenten sofort als Mitläufer eingestuft wurden, sodass einige Entlassene später wieder ihre frühere Tätigkeit aufnehmen konnten. Der unter schwierigsten Bedingungen erfolgte Wiederaufbau der Gebäude der Veterinärmedizinischen Fakultät und die anschließende Ausdehnung des Fakultätsgeländes nach Südwesten durch Errichtung verschiedener Neubauten wird dargestellt. Mit der Wiederherstellung des Universitätsstatus unter dem Namen Justus-Liebig-Universität im Jahr 1957 nimmt die Arbeit ihren Abschluss.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Wettenberg : VVB Laufersweiler 2003

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform