Präoperative epidurale "preemptive analgesia" zur totalendoprothetischen Versorgung eines Hüftgelenkes : Auswirkungen auf den postoperativen Schmerz und die Ausschüttung von Beta-Endorphin

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Das Einsetzen einer totalen Hüftendoprothese gilt allgemein als stark schmerzhafter Eingriff. Außerdem ist die frühe Mobilisierung ein wichtiges therapeutisches Ziel, für das eine adäquate Analgesie essentiell ist. In der vorliegenden Arbeit wurde die Qualität einer präemptiven Analgesie verglichen mit einer routinemäßig verlaufenden Periduralanästhesie. 42 Patienten, die sich einer Hüft-TEP-Operation in Periduralanästhesie unterziehen mußten, wurden randomisiert zwei Gruppen zugeordnet. Die Patienten der Gruppe 1 (n=21) erhielten zwischen 11 und 19 Stunden vor Operationsbeginn über den bereits liegenden Periduralkatheter das Lokalanästhetikum Ropivacain als Dauerinfusion zwischen 3 ml/h bis 5 ml/h mittels Perfusorspritze verabreicht. In der Gruppe 2 (n=21) wurde anstatt des Lokalanästhetikums NaCl 0,9 % in gleicher Dosierung mittels Perfusor verabreicht. Ab dem Zeitpunkt der Operation wurden die Placebo- sowie die Verumgruppe absolut gleich behandelt. Die Anästhesie während der Operation wurde mit Ropivacain weitergeführt. Nach der Operation wurde die postoperative Schmerztherapie in beiden Gruppen identisch als peridurale on-demand -Analgesie mittels PCA weitergeführt. Zu definierten perioperativen Zeitpunkten wurden die subjektive Schmerzintensität (VAS), klinische Parameter (Blutdruck, Herzfrequenz, kapilläre Sauerstoffsättigung), der Analgetikabedarf und unerwünschte Begleiterscheinungen der angewandten Verfahren bestimmt. Zusätzlich wurden zeitgleich zentralvenöse Blutproben zur Analyse der plasmatischen Konzentrationen der streßassoziierten Hormone (ACTH, Cortisol, Beta-Endorphin immunoreaktives Material, BetaH-Endorphin (1-31)) entnommen. Außerdem wurde 6 Monate nach der Operation eine Patientenumfrage durchgeführt, um das Ergebnis und die Zufriedenheit der Patienten in Bezug auf das Operationsergebnis und die Schmerztherapie in Erfahrung zu bringen. Zwischen den beiden Vergleichsgruppen waren statistisch signifikante Unterschiede hinsichtlich der subjektiven Analgesiequalität nachweisbar. Die durchgeführte präemptive Analgesie wirkte sich auch auf die Menge der applizierten Lokalanästhetika aus, die den Patienten als Schmerzmedikation zur Verfügung stand. Auch das Verhältnis der gegebenen zu den geforderten Boli mittels PCA zeigte signifikante Unterschiede. Der Verlauf der klinischen und laborchemischen Streßparameter bleibt im wesentlichen von den eingesetzten Analgesieverfahren unbeeinflußt, obwohl Tendenzen zu erkennen sind, die die Theorie der präemptiven Analgesie unterstützen würden. Sie bleiben aber unterhalb der Grenze, die einen signifikanten Unterschied darstellen würden. Der Verlauf der mittels visueller Analogskala erfassten Schmerzempfindung zeigte überwiegend Übereinstimmung mit den Verläufen des Analgetikaverbrauches und den Verläufen der streßassoziierten Hormone. Im zeitlichen Verlauf kam es zu einer Reduktion der Streßparameter gleichsinnig zur Abnahme der empfundenen Schmerzintensität. Die Patienten der Verumgruppe benötigten im Verlauf weniger Schmerzmedikamente, um ihre subjektiv empfundenen Schmerzen auf ein erträgliches Maß zu bringen. Diese Tendenz kann man auch anhand der ACTH-, Cortisol-, Beta-Endorphin immunoreaktives Material- und BetaH-Endorphin (1-31)-Konzentrationen nachvollziehen. Die erhofften Unterschiede bei der Umfrage bezüglich der Mobilität und des Operationsergebnisses konnten nicht nachvollzogen werden.

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