Vergleich verschiedener osteodensitometrischer Methoden bei Seniorinnen : eine Untersuchung im Rahmen der Gießener Senioren Langzeitstudie

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Die vorliegende Untersuchung wurde im Rahmen der GISELA-Studie durchgeführt. Die GISELA-Studie ist eine prospektive Kohortenstudie, die seit 1994 den Ernährungs- und Gesundheitsstatus von Gießener Senioren untersucht. Ziel der GISELA-Studie ist die Dokumentation der altersbedingten Veränderungen des Ernährungs- und Gesundheitsstatus unter der Berücksichtigung möglicher Einflussfaktoren. Im Erhebungsjahr 2004 wurde erstmalig die Knochendichte der Senioren mittels QUS bestimmt.Zudem wurden an einem Teilkollektiv der GISELA-Seniorinnen verschiedene osteodensitometrische Methoden durchgeführt und deren Messergebnisse miteinander verglichen: Mittels der DXA wurde die BMD der Frauen an der LWS (ROI: L1-L3) und am Femur (ROI: Neck) gemessen. Am Calcaneus wurden die SOS, die BUA und der SI mittels QUS ermittelt. Ebenfalls an der LWS (ROI: L1-L3) erfolgte die Bestimmung der BMD mittels QCT.Für den Vergleich der Messergebnisse der verschiedenen osteodensitometrischen Methoden wurden die Daten von 43 Probandinnen herangezogen, die zwischen 62 und 87 Jahren alt waren, wobei die jeweiligen T-Scores berücksichtigt wurden. Der T-Score gibt die Abweichung des Messwertes einer Person von dem Mittelwert der Messwerte eines jungen, geschlechtsgleichen, gesunden Referenzkollektivs, geteilt durch die SD der Messwerte dieses Referenzkollektivs, an. In der GISELA-Studie wurden die T-Scores jeweils mittels der gerätespezifischen Software und des gerätespezifischen Referenzkollektivs berechnet.Der T-Score der Seniorinnen beträgt im Mittel -1,45 mittels DXA (Neck), -1,20 mittels DXA (LWS), -1,25 mittels QUS und -3,65 mittels QCT. Die Rangvarianzanalyse von Friedman zeigt globale Unterschiede (p < 0,0001) zwischen den Ergebnissen der T-Scores mittels der verschiedenen Methoden, wobei der im Anschluss durchgeführte Wilcoxon-Wilcox-Test für multiple Vergleiche einen signifikanten Unterschied zwischen dem T-ScoreDXA (Neck) und dem T-ScoreQCT sowie zwischen dem T-ScoreDXA (LWS) und dem T-ScoreQCT ermittelt. Bei allen anderen Vergleichen wurden keine signifikanten Unterschiede nachgewiesen.In Anlehnung an die WHO-Klassifikation der Osteoporose (s. Kap. 2.3.2 Tab. 2.2) werden die Seniorinnen in Frauen mit einer normalen Knochendichte, Frauen mit Osteopenie und Frauen mit Osteoporose eingeteilt, wobei die Einteilung für jede der durchgeführten Messungen erfolgte. Abhängig von der Messmethode bzw. dem Messort variiert die Anzahl der Frauen in den drei Gruppen. So beträgt der Anteil der Seniorinnen mit Osteoporose mittels DXA (Neck)- bzw. DXA (LWS)-Messung 18,6 % bzw. 23,3 %; dagegen haben 46,5 % bzw. 76,7 % der Frauen eine Osteoporose, wenn die Einteilung mittels der QUS- bzw. der QCT-Messung vorgenommen wird.Zwischen den Ergebnissen der vier verschiedenen Messungen können positive Zusammenhänge beobachtet werden. Diesbezüglich reichen die ermittelten Korrelationskoeffizienten nach Spearman von 0,67 - 0,79, wobei die stärkste Korrelation zwischen dem T-ScoreDXA (Neck) und dem T-ScoreDXA (LWS) und die schwächste zwischen dem T-ScoreDXA (Neck) und dem T-ScoreQCT beobachtet werden konnte.Zur Beurteilung der Übereinstimmung der Ergebnisse der DXA (LWS)-, der QUS- und der QCT-Messung mit den Ergebnissen der DXA (Neck)-Messung wurden die jeweiligen Zusammenhänge als Bland-Altman-Plot dargestellt. Der T-ScoreDXA (LWS) ist im Mittel um 0,03 größer als der T-ScoreDXA (Neck), während der T-ScoreQUS um 0,49 bzw. der T-ScoreQCT um 2,03 kleiner ist. Eine Abhängigkeit der Streuung der Differenzen von der Höhe der T-Scores kann nicht beobachtet werden. Die Übereinstimmungsgrenzen reichen von -2,24 - 2,18 für die DXA (LWS)-Messung, von -1,98 - 2,96 für die QUS-Messung und von 0,11 - 3,95 für die QCT-Messung.Weiterhin wurde geprüft, ob sich die DXA- und die QCT-Messung der LWS sowie die QUS-Messung des Calcaneus zur Identifizierung von Seniorinnen mit und ohne Osteoporose eignen, die anhand der DXA (Neck)-Messung in Seniorinnen mit und ohne Osteoporose eingeteilt werden. Als Gütekriterien dienten die Sensitivität, die Spezifität und die AUC der ROC-Analyse. Während die Sensitivität der DXA (LWS)-Messung 75 % beträgt, werden mittels QUS- und QCT-Messung alle Probandinnen mit Osteoporose erkannt (beide: Sensitivität = 100 %). Der Anteil der falsch positiv klassifizierten Frauen ist bei der DXA (LWS)-Messung am geringsten, bei der QCT-Messung am größten (DXA (LWS): Spezifität = 89 %; QUS: Spezifität = 66 %; QCT: Spezifität = 29 %). Die ROC-Analyse ergab, dass alle drei Methoden gut geeignet sind, um Seniorinnen mit und ohne Osteoporose zu identifizieren, wobei die AUCs der DXA (LWS)- und der QUS-Messung etwas größer sind als die der QCT-Messung.Mittels der ROC-Kurve für den T-ScoreQUS wurde ermittelt, dass der T-ScoreQUS -2,94 am besten zur Identifizierung der GISELA-Probandinnen mit und ohne Osteoporose, die anhand der DXA (Neck)-Messung definiert wird, geeignet ist. In Anlehnung an die Herleitung der Osteoporose-Definition der WHO-Arbeitsgruppe aus dem Jahr 1994 (s. Kap. 2.3.1 S 29) wird ebenfalls ein optimaler Grenzwert für die QUS-Messung bestimmt, indem der T-ScoreQUS ermittelt wird, der erforderlich ist, um den gleichen Anteil der Probandinnen als Frauen mit Osteoporose zu klassifizieren, der bei der Einteilung anhand der DXA (Neck)-Messung vorliegt. Dies erfolgt bei dem T-ScoreQUS -3,68. Mit der Abnahme des Grenzwertes sinkt die Sensitivität und steigt die Spezifität (Grenzwert -2,5: Sensitivität = 100 %, Spezifität = 66 %; Grenzwert -2,94: Sensitivität = 100 %, Spezifität = 77 %; Grenzwert -3,68: Sensitivität = 63 %, Spezifität = 91 %) der QUS-Messung bezüglich der Fähigkeit, Seniorinnen mit und ohne Osteoporose, die mittels DXA (Neck)-Messung definiert wird, zu identifizieren.Des Weiteren wurde die Präzision des QUS-Gerätes an zehn Probanden, die zwischen 25 und 52 Jahren alt und nicht Teilnehmer der GISELA-Studie waren, untersucht. Bei jedem der Probanden wurden jeweils 20 Messungen an 20 aufeinanderfolgenden Tagen unter gleichen Untersuchungsbedingungen durchgeführt, so dass die Wiederholbarkeit der QUS-Messung bestimmt werden konnte.Der ermittelte absolute Präzisionsfehler der QUS-Messung, berechnet als RMS-SD, beträgt 7 m / s für die SOS, 3 dB / MHz für die BUA und 2 für den SI. Die jeweiligen CVs, berechnet als RMS-CVs, belaufen sich auf 0,5 % für die SOS, 2,4 % für die BUA und 2,3 % für den SI.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2009

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