Untersuchungen zum Auftreten und der Bedeutung der Intertrigo in einem Milchviehbestand
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Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel Informationen zur Häufigkeit, Bedeutung, klinischen Ausprägung, Entwicklung sowie zu Ursachen und Folgen der Euter-Schenkel-Dermatitis bei Milchrindern unter den derzeitigen Produktionsbedingungen in der Milchviehhaltung zu gewinnen. Angaben zu dieser Erkrankung beschränken sich in der Fachliteratur auf wenige, überwiegend ältere Arbeiten.In einem landwirtschaftlichen Betrieb wurden in der Zeit vom 20. Februar bis zum 19. April 2007 317 Milchrinder der Rasse Deutsche Holstein und Deutsche Holstein-Jersey Kreuzung untersucht, wovon 133 Tiere der Gruppe der Färsen und 184 Tiere der Gruppe der Kühe angehörten. Die Studie umfasste alle Milchrinder, deren Abkalbung in den Beobachtungszeitraum fiel und deren Milchleistung über die Milchleistungskontrolle erfasst wurde. Die Untersuchungen wurden anhand eines Datenerfassungsbogens innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Abkalbung und anschließend wöchentlich am 7., 14. und 21. Tag post partum durchgeführt. In Abhängigkeit vom Auftreten der Euter-Schenkel-Dermatitis wurden die Tiere entweder der Beobachtungsgruppe (Tiere mit Euter-Schenkel-Dermatitis) oder der Kontrollgruppe (Tiere ohne Euter-Schenkel-Dermatitis) zugeordnet. Die statistische Auswertung der Daten erfolgte mit dem Statistikprogramm R, Version 2.8.1.Folgende relevanten Ergebnisse wurden erzielt:1. Die Häufigkeit der Euter-Schenkel-Dermatitis lag bei 18 %. 2. Konnte bei nur 4,3 % der Kühe eine Euter-Schenkel-Dermatitis nachgewiesen werden, erkrankten 36,8 % der Färsen an einer Dermatitis im Euterschenkelspalt. Der Altersunterschied war hochsignifikant (p < 0,0001).3. Bei 80,7 % der Tiere konnte bereits innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Abkalbung eine Euter-Schenkel-Dermatitis diagnostiziert werden. Der Zeitpunkt der Feststellung hing weder mit dem Alter der untersuchten Tiere noch mit den von der Dermatitis betroffenen Gewebeschichten zusammen. 4. Bei 17 Rindern konnte eine vollständige Abheilung der Euter-Schenkel-Dermatitis beobachtet werden. Die Dauer des Krankheitsverlaufs hing dabei sowohl von der flächenmäßigen Ausdehnung der Euter-Schenkel-Dermatitis als auch von den betroffenen Gewebeschichten ab (p < 0,01). 5. Insgesamt 24 (42,1 %) der Euter-Schenkel-Dermatitiden traten einseitig auf, sechs (10,5 %) davon im rechten und 18 (31,6 %) im linken Euterschenkelspalt. Bei 33 (57,9 %) Tieren wurden die Veränderungen auf beiden Seiten erfasst. Euter-Schenkel-Dermatitiden, die beidseitig auftreten, neigen zu großflächigeren Ausdehnungen. Zudem sind vergleichsweise mehr Gewebeschichten von den Alterationen betroffen als bei einseitigen Läsionen. Diese Zusammenhänge sind statistisch signifikant (p < 0,05).6. Die maximale Ausdehnung der Läsionen im Euterschenkelspalt betrug bei einem (1,8 %) Tier bis Taschenuhrgröße, bei 16 (28,1 %) Tieren bis Handtellergröße und bei 40 (70,2 %) Tieren über Handtellergröße.7. Bei 39 (68,4 %) Tieren beschränkten sich die Läsionen auf die Hautschicht, bei 18 (31,6 %) Tiere waren zusätzlich die Muskelschichten betroffen. Ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Alter der Tiere mit Euter-Schenkel-Dermatitis und den betroffenen Gewebeschichten bestand nicht.8. Abgesehen vom ersten Untersuchungstag konnte an allen folgenden Tagen ein signifikanter Zusammenhang zwischen der maximalen Ausdehnung der Läsionen und den betroffenen Gewebeschichten festgestellt werden. Je mehr Gewebeschichten betroffen waren, desto großflächiger war die Euter-Schenkel-Dermatitis.9. Je mehr Gewebeschichten bei den Tieren mit Euter-Schenkel-Dermatitis betroffen waren, desto öfter konnte auch Exsudat im Euterschenkelspalt gefunden werden (p < 0,0001).10. Das Auftreten peripartaler Euterödeme stand stets in einem signifikanten Zusammenhang mit dem Vorkommen von Euter-Schenkel-Dermatitiden. Jedes Tier, das an einer Euter-Schenkel-Dermatitis erkrankt war, wies auch ein Euterödem auf. 11. Es konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Euterform und der Euter-Schenkel-Dermatitis nachgewiesen werden. 12. Das Auftreten der Euter-Schenkel-Dermatitis korreliert mit einem Rückgang der Milchmenge und dem Eiweißgehalt der Milch. 13. Tiere mit Euter-Schenkel-Dermatitis zeigten häufiger starke Abwehrbewegungen beim Melken (p < 0,0001). Die Anzahl betroffener Gewebeschichten hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Abwehrreaktionen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zum Auftreten und der Bedeutung der Euter-Schenkel-Dermatitis bei der Milchkuh zeigen, dass diese Erkrankung in einer industriemäßigen Milchproduktionsanlage mit 18 % eine hohe Prävalenz besitzt. Typischerweise tritt diese Erkrankung im peripartalen Zeitraum auf und kommt bei Färsen ca. 6,1 Mal häufiger vor als bei Kühen. Die Euter-Schenkel-Dermatitis, deren multifaktorielle Entstehung eng an das Vorkommen von peripartalen Euterödemen und deren Ausprägung gebunden ist, korreliert mit einem Rückgang der täglichen Milchleistung und des Eiweißgehaltes der Milch.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
