Organbezogene Adipokin- und Immunzellexpression bei der systemischen Sklerose

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In der vorliegenden Arbeit wurde die organbezogene Expression verschiedener Adipokine und Immunzellmarker bei Patienten mit systemischer Sklerose (SSc) untersucht. Adipokine sind hormonähnliche Botenstoffe, die metabolische und immunomodulatorische Funktion aufweisen und deren Wirken bereits bei anderen rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis nachgewiesen werden konnte. Da insbesondere die gastrointestinale Beteiligung bei der SSc zu den häufigen Organmanifestationen gehört und die pulmonale Manifestation in der Regel den lebenslimitierenden Faktor darstellt, sollte durch den differenziellen Nachweis von Adipokinen ein möglicher Zusammenhang herausgearbeitert werden. Die Limitation der Arbeit bestand hierbei durch die geringe Anzahl an Proben, die durch die geringe Patientenanzahl sowie die invasive Probengewinnung bedingt war. In der Arbeit wurden zunächst Magengewebe von SSc- und Gastritispatienten auf das Vorhandensein der Immunzellmarker CD4, CD8 und CD68 sowie der Adipokine Resistin, Visfatin und Adiponektin untersucht. In beiden Gruppen wurde eine ähnliche Anzahl an CD4+- und CD8+ Zellen nachgewiesen, dabei bestand jeweils ein erhöhter CD4/CD8-Ratio. In der SSc-Gruppe konnte eine signifikant höhere Anzahl an CD68+ Zellen nachgewiesen werden. Das Vorhandensein von Immunzellen bei beiden Kollektiven kann als Ausdruck eines inflammatorischen Prozesses interpretiert werden, der nicht spezifisch für die SSc ist, sondern auch bei anderen Gastritiden eine Rolle spielt. Die erhöhte Anzahl von CD68+ Immunzellen bestätigt auch die Ergebnisse früherer Studien, die eine erhöhte Makrophagenanzahl in den von SSc betroffenen Gewebearealen nachweisen konnten. Bei den Adipokinfärbungen der Magenproben konnte bei beiden Kollektiven ein ähnliches Muster für Visfatin und Resistin beobachtet werden. Beide Adipokine ließen sich bei beiden Patientengruppen in den meisten Geweben nachweisen, wobei der Visfatinnachweis am häufigsten beobachtet werden konnte. Hierbei wurden beide Adipokine gleichermaßen in verschiedenen anatomischen Kompartimenten exprimiert: dem Mukosaepithel, der Lamina propria und der Basallamina. Die Adiponektinexpression war hingegen in der Magenwand von SSc-Patienten signifikant reduziert, wohingegen der Großteil des Kontrollkollektivs eine regelmäßige Adiponektinexpression bot. Die Adiponektinexpression konnte hier in der Lamina propria der Mukosa sowie insbesondere in angeschnittenen Gefäßwänden gezeigt werden. Im zweiten Teil der Arbeit erfolgte ein Vergleich der Expression von Adiponektin, Visfatin und Resistin im Lungengewebe von SSc-, IPF- und gesunden Donorpatienten. Auf Grund der geringen Probenanzahl von Patienten mit SSc-assoziierter Lungenerkrankung wurde ein IPF-Kollektiv in die Studie miteingeschlossen. Im Lungengewebe ließ sich, ähnlich wie im Magengewebe, für Resistin und Visfatin eine Assoziation mit inflammatorischen Prozessen aufstellen. Resistin und Visfatin wurden insbesondere in Immunzellen exprimiert. Interessanterweise waren beide Adipokine auch im Bronchialepithel aller Patientenkollektive exprimiert, wobei Visfatin hier die stärkste Expression aufwies. Diese Beobachtung kann als Hinweis auf die immunologischen Eigenschaften des Bronchialsystems als Barriere zwischen Körper und potenziellen Pathogenen gewertet werden. Wie auch im Magengewebe ließ sich eine starke Reduktion der Adiponektinexpression in den fibrotischen Lungen von IPF- und SSc-Patienten im Vergleich zum gesunden Donorkollektiv demonstrieren, in dem es regelmäßig im Bereich des Lungenparechyms vorhanden war. Ebenfalls konnte eine gefäßassoziierte Adiponektinexpression beobachtet werden. Im Gegensatz zu Visfatin und Resistin wurde Adiponektin nicht in Immunzellen, Immunzellinfiltraten und nur sehr schwach im Bronchialepithel exprimiert. Diese Ergebnisse liefern Hinweise dafür, dass Adiponektin in fibrotisch veränderten Geweben herunterreguliert ist und somit protektive Eigenschaften ausüben kann. Das Fehlen von Adiponektin könnte ein Trigger für die Entstehung und/oder Aufrechterhaltung des Fibrosemechanismus sein. Zusammenfassend konnte für die gastrointestinale Beteiligung bei der SSc eine Rolle der T-Zellen aufgezeigt werden, die jedoch nicht spezifisch für die SSc ist, sondern in anderen Gastritiden gleichermaßen auftritt. Im Gegensatz dazu zeigte sich bei der SSc eine erhöhte Makrophagenpopulation, die an inflammatorischen und fibrotischen Prozessen möglicherweise als Schlüsselspieler beteiligt ist. Sowohl im Magen- als auch im Lungengewebe konnte eine Assoziation von Visfatin und Resistin mit inflammatorischen Prozessen dargestellt werden, wohingegen Adiponektin in fibrotischen Geweben herunterreguliert war und somit potenziell anti-fibrotische und protektive Eigenschaften demonstrierte. Zusammengefasst stützt die vorliegende Arbeit die Hypothese, dass Adipokine einen differenziellen Einfluss auf verschiedene bei der systemischen Sklerose pathophysiologisch wichtige Stoffwechselwege nehmen.

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Giessen : VVB Laufersweiler Verlag

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