Gesundheits- und Konzentrationsfähigkeitsuntersuchungen bei Büroangestellten im Rahmen einer Pilotstudie zu Exposition gegenüber tonerbasierten Bürogeräten

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Ziel der vorliegenden Arbeit war es zu untersuchen, ob und gegebenenfalls in welchem Maße der Betrieb von Laserdruckern und Fotokopiergeräten in Büro-räumen Einfluss auf die von Büroangestellten geäußerten Konzentrations- und Gesundheitsbeschwerden hat. Die Studie wurde dabei als eine Pilotstudie an-gelegt, die primär zur Aufgabe hatte, Erhebungsinstrumente auszuwählen, wei-terzuempfehlen und auf ihre Einsetzbarkeit zu überprüfen. Zu diesem Zwecke wurden zwischen Januar und Oktober 2006 in Kooperation mit der Interessens-gemeinschaft der Tonergeschädigten (ITG e.V.) 63 Büroräume in 9 Bürogebäu-den an 4 Standorten (A-D) in Deutschland ausgewählt und 69 freiwillige Pro-banden (Mitarbeiter in den ausgewählten Büros) rekrutiert und im Verlauf dreier, den Arbeitstag begleitender Untersuchungen betreut und untersucht. Es wurde neben einer Beantwortung von Fragebögen, die zur Einteilung der Teilnehmer in Subkollektive führte, ein Konzentrationstest (d2) gemacht und eine ausführli-che Anamnese der Probanden erhoben. Zur Labordiagnostik wurden Blutent-nahmen zur Bestimmung von Blutbild (BB), C-reaktivem Protein (CrP), Im-munglobulin E (IgE) und Allergie (RAST) durchgeführt. Vor, während und am Ende der Arbeitszeit fand eine orientierende Lungenfunktionsanalyse (FEV1, VK) und eine Analyse des NO im Exhalat statt. Deskriptive Auswertungen fan-den für die Soziodemographie und die gesundheitlichen Parameter für das Ge-samtkollektiv und die Unterkollektive statt, welche sich aus Stratifizierungen basierend auf der Selbstangabe der Probanden zum Vorliegen von tonerbezo-genen Beschwerden ergaben: keine Tonerbeschwerden (kTB), selbstberichtete Tonerbeschwerden (sTB) und selbstberichtete Tonerschädigung (sTS). Der epidemiologische Untersuchungsplan, das Design und die benutzten In-strumente wurden weitgehend bestätigt. Aufgrund des Pilotcharakters der Stu-die mit der limitierten Probandenzahl und selektiven Probandenauswahl sind bewertenden Interpretationen jedoch enge Grenzen gesetzt. Strukturell wurde erwartungsgemäß der Charakter eines Berufstätigenkollektivs deutlich. Toner-bezogene Beschwerden (sTB) gaben 36 Probanden an, eine tonerbezogene Schädigung (sTS) insgesamt 7 Probanden. Im Vergleich zum Bundesgesund-heitssurvey 1998 fanden sich im Gesamtkollektiv keine hohen Raten an Vorer-krankungen. Im sTB-Kollektiv lagen die Häufigkeiten von Vorerkrankungen niedriger als in bisherigen Studien an umweltmedizinischen Patienten. Die kli-nisch-chemischen (CrP) und hämatologischen Untersuchungen (Diff.-Blutbild) gaben keine Hinweise auf Entzündungsprozesse z.B. der Atemwege. Die un-tersuchten Parameter zur Allergie (IgE, RAST) wiesen in ihren Häufigkeiten ein erwartetes Ranking der Sensibilität gegenüber den Allergengruppen auf: Inhala-tion (37%) > Nahrungsmittel (7%) > Schimmelpilz (2%). sTS-Probanden zeigten die geringsten Raten an Sensibilisierungen. Die Durchführung der Lungenfunk-tion war sehr zeitaufwändig (min. 3 Messungen pro Untersuchung zur Erfüllung der ATS Bestimmungen) und lieferte durch mangelnde Schulung der Proban-den im Vorfeld der Studie ungenaue Daten (Trainingseffekt, im Tagesverlauf einsetzender abteilungsinterner Wettkampf um die besten Werte). Hier sollte für eine Folgestudie abgewogen werden, ob sich ein zusätzlicher Aufwand, durch vorherige Schulung der Teilnehmer exakte Daten zu erlangen, in Bezug auf die Aussagekraft der Lungenfunktionsprüfung für die hier interessierenden Frage-stellungen rechtfertigt. Die NO-Konzentrationen im Exhalat zeigten tendenziell weder Unterschiede zwischen den Kollektiven sTB und kTB noch zwischen den morgendlichen Leerwerten und Konzentrationen nach Arbeitsplatzexposition am Mittag. Ohne dabei die Normalwerte zu überschreiten lag bei Personen mit Allergie, Asthma oder Infekt die NO-Konzentration erwartungsgemäß im Mittel höher als bei Personen ohne eine solche Erkrankung. Inferenzstatistisch konnten in der apparativen Diagnostik (Lufu und NO) wie auch im Konzentrationsleistungstest keine signifikanten Unterschiede im Ge-samtkollektiv (Friedman-Test) als auch in den Subkollektiven (Mann-Whitney-U-Test) gezeigt werden.Bei der vorliegenden Studie handelte es sich um eine Pilotstudie mit geringer Teilnehmerzahl (N=69). Verallgemeinernde oder statistisch belastbare Aussa-gen im Hinblick auf Expositionshöhen und gesundheitliche Effekte sind daher nicht möglich, sondern allenfalls in ihrer Tendenz abschätzbar. Mittelungen von Messergebnissen wie auch in der vorliegenden Arbeit durchgeführt - können bei der geringen Anzahl der untersuchten Büroangestellten nicht zur Bewertung verwendet werden. Dennoch lassen sich aus den durchgeführten Analysen schlussfolgernd einige Tendenzen erkennen. So kann aus den Ergebnissen der Pilotstudie abgeleitet werden, dass sich die eingesetzten Instrumente sowie das Studiendesign als geeignet erwiesen haben und somit - zum Teil nach Modifikation auch in einer Hauptstudie eingesetzt werden können.

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