Zur Häufigkeit der Mutation CFTRdele2,3(21kb) im Gen CFTR in einem deutschen Patientenkollektiv

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Diese Arbeit befasst sich mit der Testung der Häufigkeit der Mutation CFTRdele2,3(21kb), die in heterozygotem und compound heterozygotem Zustand eine schwere Form der Zystischen Fibrose (CF) hervorrufen kann und besonders oft in Mittel- und Osteuropa auftritt. Aber auch in Deutschland wird die CFTRdele2,3(21kb) unter den CF-Patienten mit einer Frequenz von 1,5% angenommen (Dörk et al., 2000). Die CFTRdele2,3(21kb) beschreibt eine große, nicht familienspezifische Deletion in dem für das CFTR-Protein codierenden Gen. Sie führt zum Verlust der Exone 2 und 3 in der mRNA und einem durch Frameshift entstehenden Stopcodon in Exon 4. Trotz der relativ hohen Frequenz ist die CFTRdele2,3(21kb) in keinem in Deutschland verwendeten kommerziellen Kit zur CF-Routinediagnostik vorhanden. In dieser Arbeit wurden deshalb 1390 DNA-Proben, die von Juni 1994 bis Juni 2003 dem Institut für Humangenetik der Universitätsklinik Giessen zur Routinetestung zugesandt worden waren, auf die CFTRdele2,3(21kb) retrograd getestet. Dieses geschah mittels Duplex-PCR, die separat zu den käuflichen Routine-CF-Kits durchgeführt wurde. Bei sieben voneinander unabhängigen Personen konnte die CFTRdele2,3(21kb) nachgewiesen werden. Davon sind vier Personen gesunde heterozygote Träger (Carrier) der CFTRdele2,3(21kb). Die anderen drei Patienten sind compound heterozygot für CFTRdele2,3(21kb) und DF508 und sind an einer schweren CF erkrankt. Von den 1390 DNA-Proben stammten 101 von an CF erkrankten Personen, 591 von männlichen Personen aus Fertilitätsprogrammen, der Rest von Rat suchenden Verwandten und Risikopersonen. Bezieht man die drei auf die CFTRdele2,3(21kb) positiv getesteten CF-Patienten auf die 101 klinisch bestätigten CF-Patienten (202 Chromosomen), ergibt sich eine Frequenz von 1,48%. Dieses korreliert gut mit der von Dörk und Mitarbeitern für Deutschland beschriebenen Frequenz von 1,5%. Durch die hier vorliegende Arbeit konnten einige CF-Fälle, bei denen eine der krankheits-verursachenden Mutationen nicht bekannt war, durch das Auftreten der CFTRdele2,3(21kb) geklärt werden. In zwei Fällen konnte anhand von Stammbaumdaten, die für das Versterben eines an CF erkrankten Verwandten verantwortlichen Mutationen ermittelt werden. In einem Fall konnte einem Ratsuchenden Verwandten eines an CF Verstorbenen klar nachgewiesen werden, dass er kein Träger der CFTRdele2,3(21kb) ist. Die hier dargestellten Ergebnisse zeigen, dass man die CFTRdele2,3(21kb) zusätzlich in die Routinetestung aufnehmen sollte.

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