Funktionelle Magnetresonanztomographie zur Bestimmung der Diffusion im Gehirn bei gesunden mesocephalen Hunden
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Zusammenfassung
Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Diffusionsbildgebung des Hundegehirns. Ziel ist die Evaluierung der Normalverteilung der Diffusion im Gehirn von gesunden, mesocephalen Hunden in ausgewählten Arealen. Damit soll das Wissen über die grundlegenden Funktionen des Hundegehirns erweitert werden. Es werden elf gesunde Beagle mit einem durchschnittlichen Alter von 2,4±0,6 Jahren untersucht. Es können zehn Hunde zur vollständigen Datenauswertung verwendet werden. Ein Beagle zeigt in der linken Gehirnhälfte Suszeptibilitätsartefakte. Thalamus, Lobus piriformis und Hippocampus können bei diesem Hund nur in der rechten Gehirnhälfte ausgewertet werden. Es bestehen statistisch hoch signifikante Unterschiede zwischen den mittleren ADC der einzelnen Regionen. Hippocampus und Capsula interna lassen sich anhand der mittleren ADC signifikant von allen anderen Regionen unterscheiden. In ADC-Darstellungen hat der Hippocampus mit einem mittleren ADC von 1044,29±165,21*10-6mm2/s (MW±SD) die stärkste Diffusion, die Capsula interna dagegen mit einem mittleren ADC von 721,39±126,28*10-6mm2/s (MW±SD) die geringste Diffusion. Thalamus (807,82±128,41*10-6mm2/s (MW±SD)), Cortex cerebri (843,15±98,24*10-6mm2/s (MW±SD)), Nucleus caudatus (902,85±193,88*10-6mm2/s (MW ±SD)) sowie Lobus piriformis (915,44±159,84*10-6mm2/s (MW±SD)) zeigen ähnliche mittlere ADC und damit ein ähnliches Diffusionsverhalten. Es erscheint daher sinnvoll die verschiedenen Gehirnregionen im Vergleich zur Capsula interna sowie zum Hippocampus zu betrachten. Die Unterschiede zwischen Capsula interna und Hippocampus lassen sich über die Zugehörigkeit zur weißen- beziehungsweise grauen Substanz, und dem damit verbundenen unterschiedlichen Grad der Myelinisierung, erklären. Eine mögliche Erklärung für das unterschiedliche Diffusionsverhalten der Gehirnregionen der grauen Substanz sind Unterschiede in der Neuronendichte. Weiterhin bestehen signifikante Unterschiede der mittleren ADC zwischen der rechten (855,03±140,49*10-6mm2/s (MW±SD)) und linken (889,95±150,13*10-6mm2/s (MW±SD)) Gehirnhälfte. Die linke Gehirnhälfte zeigt, bis auf den Hippocampus, insgesamt einen höheren mittleren ADC und somit eine stärkere Diffusion. Möglicherweise handelt es sich hierbei um ein Artefakt aufgrund der Verwendung der Oberflächenspule SENSE-flex-M. Allerdings kann es sich hierbei auch um den Ausdruck eines realen Unterschiedes handeln, beispielsweise infolge unterschiedlicher Neuronendichten in Zusammenhang mit der Händigkeit. Die Ergebnisse liefern einen ersten Überblick über die normale Verteilung der Diffusion im Hundegehirn. Abweichungen von der, in dieser Studie gefundenen, Normalverteilung der Diffusion könnten Hinweise auf Pathologien liefern. Die Diffusionsbildgebung steht in der Veterinärmedizin noch am Anfang. Es besteht weiterer Forschungsbedarf, um genauere Aussagen, im Hinblick auf das Diffusionsverhalten im Gehirn unterschiedlicher Rassen und Spezies sowie bei verschiedenen Erkrankungen, treffen zu können.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
