Untersuchungen zum Nachweis von verotoxinogenen E. coli (VTEC), speziell Serovar O157, in Lebensmitteln tierischen Ursprungs mit verschiedenen Anreicherungsverfahren

Lade...
Vorschaubild

Datum

Betreuer/Gutachter

Weitere Beteiligte

Beteiligte Institutionen

Herausgeber

Zeitschriftentitel

ISSN der Zeitschrift

Bandtitel

Verlag

Zusammenfassung

Seit 1982 sind die Verotoxin-bildenden E. coli (VTEC) und dabei insbesondere die Untergruppe der enterohämorrhagischen Stämme (EHEC) als Verursacher lebensmittelbedingter Infektionen des Menschen, mit teilweise schwerwiegenden Komplikationen, bekannt. Große und kleine Wiederkäuer gelten weltweit als Reservoir dieser Erreger, so dass rohe oder nicht ausreichend erhitzte Lebensmittel, vor allem der Tierart Rind, eine Hauptinfektionsquelle darstellen. Bekanntermaßen sind in kontaminierten Lebensmitteln nur wenige Zellen vorhanden. Für den Nachweis innerhalb einer heterogenen und um mehrere Zehnerpotenzen höheren Mikroflora der rohen Lebensmittel tierischen Ursprungs ist daher vor dem Subkultivierungsschritt ein Anreicherungsschritt notwendig. Von Januar 1996 bis April 1997 war das Ziel der eigenen Untersuchungen, Daten zur Prävalenz von VTEC-Stämmen unter besonderer Berücksichtigung der E. coli Serogruppe O157 in Lebensmitteln tierischen Ursprungs, insbesondere aus dem Einzel- und Großhandel im Gießener Raum (Deutschland), zu ermitteln. Des Weiteren sollte Lammfleisch aus Australien, das über die Grenzkontrollstelle am Frankfurter Flughafen importiert worden war, auf das Vorkommen von VTEC untersucht werden. Dabei wurden parallel zwei verschiedene Anreicherungsmedien (Brillantgrün-Galle-Lactose [BRILA] und Laurylsulfat-Tryptose plus Novobiocin [LST+N]) mit zwei sich anschließenden Nachweisverfahren: der Enzyme immunoassay-Test (EIA) für Verotoxine und die immunomagnetische Separation (IMS) für die Serogruppe O157 eingesetzt. Im EIA positiv oder verdächtig reagierende Anreicherungen (Extinktionswert > 0,100) wurden 70 µl der Übernachtkultur jeweils auf 5 Hemorrhagic Colitis-Agar-Platten (HC) ausgespatelt. Nach 16-18 h Bebrütung bei 41 °C wurde eine HC-Platte ausgesucht, auf der verdächtigen Kolonien gewachsen waren. Bis zu fünf phänotypisch differente Kolonien wurden in einem Eppendorf-Gefäß gepoolt. Eine Hälfte des Pools wurde auf Plate count-Agar-Platten (PC) subkultiviert, die andere Hälfte wurde mit der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) unter Einsatz der degenerierten Primer MK1/MK2 untersucht. Im Falle eines positiven PCR-Resultates erfolgte anschließend eine Nachuntersuchung der Einzelkolonien des betreffenden Pools. Nach der IMS-Probenbearbeitung wurden jeweils 50 µl des Sediments auf dem Cefixim-Tellurit-Sorbit-MacConkey-Agar (CT-SMAC) subkultiviert. Die verdächtig erscheinenden Kolonien wurden mit O157-Antiserum agglutiniert. Nach Ausschluss einer Autoagglutination wurden diese Kolonien weiterhin mit einem H7-Antiserum geprüft. Die einzelnen Kolonien wurden auf HC- und PC-Agar subkultiviert. Präsumtive E. coli O157 wurden mit Hilfe der PCR auf verschiedene Virulenzfaktoren untersucht. Die besten Ergebnisse wurden mit einer Anreicherung in BRILA, gefolgt von einer Untersuchung mit einem Verotoxin-EIA, erzielt. Proben mit positiven oder verdächtigen Ergebnissen wurden eingefroren und erneut untersucht. Dabei wurden weitere VTEC gefunden. Kälte bewirkte keine vollständige Inaktivierung von VTEC-Stämmen. 392 Lebensmittel wurden untersucht, von denen 14 (3,6 %) mit VTEC kontaminiert waren. Davon waren 12 Lammprodukte, ein Rindfleischprodukt und ein Schweinefleischprodukt. Im Gegensatz zu den Fleischprodukten ergaben die Käseproben negative Ergebnisse. Es wurden 14 VTEC-Serogruppen O6:H-, O6:H10, O7:H-, O8:H-, O8,60:H51, O8,60:H-, O22:H5, O65:H-, O75:H5, O84:H21, O96:H-, O112a,c:H, O157:H- und ONT:H- nachgewiesen. Die Virulenzmuster waren dabei sehr heterogen. Bei einer Probe aus Schweinefleisch wurde ein O157:H7-Stamm isoliert. Mit Ausnahme der O157:H- waren die biochemischen Eigenschaften der isolierten VTEC, die von saprophytären E. coli. Im Allgemeinen gelten als Risikonahrungsmittel diejenigen, die roh verzehrt werden, wie Rohmilch, Rohmilchkäse und rohe Rinderhackfleischerzeugnisse. Von zunehmender und unterschätzter Bedeutung sind Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs, die mit O157-haltigen Rinderfäzes verschmutzt wurden. Eine weitere Kontaminationsquelle ist symptomlos ausscheidendes ersonal, welches im Lebensmittelgewinnungssektor arbeitet und dabei Lebensmittel kontaminieren kann.

Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen

Beschreibung

Anmerkungen

Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2008

Sammelband

URI der Erstpublikation

Forschungsdaten

Schriftenreihe

Zitierform