Untersuchungen zur Schadwirkung und Populationsentwicklung wandernder Wurzelnematoden in getreidebetonten Fruchtfolgen Mecklenburg-Vorpommerns

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Bereits in den 1960iger Jahren wurden in Mecklenburg-Vorpommern Schäden am Getreide beobachtet, die die Vermutung nahe legten, sie seien durch wandernde Wurzelnematoden, genauer Pratylenchen verursacht worden. Da in dem Gebiet, seit den 1990iger Jahren der Getreideanbau stetig zugenommen hat, ist es nötig geworden bei auftretenden Schäden wieder gezielt auf Nematoden zu testen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden zunächst die seit 1994 beobachteten Schäden erfasst und nach betroffenen Fruchtarten, Regionen und den diagnostizierten Nematodenarten geordnet. Darauf aufbauend wurden Flächen mit für Mecklenburg-Vorpommern typischen Nematodenproblemen ausgewählt und über einen Zeitraum von vier Jahren untersucht. Im Zusammenhang mit Ergebnissen aus Gefäßversuchen lassen sich Empfehlungen ableiten, wie sich die Populationsdichte der Fadenwürmer langfristig auf ein "gesundes Maß" senken lässt, bzw. welche Maßnahmen dazu beitragen die Schäden zu begrenzen.Generell kommen in Mecklenburg-Vorpommern auf etwa einem Drittel der Flächen mit getreidebetonter Fruchtfolge Trichodoriden und fast überall Tylenchorhynchen und Pratylenchen vor. Aus der Gattung Pratylenchus führen die Arten P. crenatus und P. neglectus gelegentlich Schäden herbei. Betroffen sind besonders Wintergerste und Winterweizen. Die Untersuchungen zeigten, dass Wintergerste besonders anfällig gegenüber P. crenatus und Winterweizen gegen P. neglectus ist. Die Analyse der Schadfalldiagnostik, die Dauerbeobachtung und die Gefäßversuche zeigen übereinstimmend, dass offenbar die Art P. neglectus eine potenzielle Gefährdung für den Weizen in Mecklenburg-Vorpommern darstellt.Gefäßversuche zeigten, dass das Längenwachstum, die Wurzelfrischmasse und die oberirdische Frisch- und Trockenmasse von Winterweizen durch 1077 P. neglectus pro 100 cm³ Boden signifikant vermindert werden. Erste Anzeichen für ein gestörtes Wachstum sowie die für Pratylenchen typischen Läsionen waren jedoch schon bei einer Verseuchung mit 575 P. neglectus /100 cm³ erkennbar.Eine wichtige Maßnahme, um Schäden durch P. neglectus vorzubeugen ist die Einführung einer sinnvollen Fruchtfolge. Neben Futtererbsen kommen nach Empfehlungen anderer Autoren auch Lupinen, Ackerbohnen und Winterroggen als phytosanitär günstige Fruchtarten in Betracht. Ein neues Instrument, um Pratylenchus- Populationen im Boden zu kontrollieren, könnten resistente Sorten darstellen. Nach ihnen sollte im bestehenden Pflanzensortiment gezielt gesucht werden.Am häufigsten wurden Schäden im Zusammenhang mit P. crenatus beobachtet. Oft traten sie jedoch gemeinsam mit weiteren Stressfaktoren auf. Etwa bei der Hälfte aller Bodenproben wurde ein besonders für Wintergerste zu niedriger pH- Wert ermittelt. Aufgrund der stärkeren Entwicklung von P. crenatus in geschwächten Pflanzen stehen zur Vermeidung von Schäden durch diese Art vor allem Maßnahmen der Bestandesführung nach guter fachlicher Praxis im Vordergrund. Zu ihnen zählen das Aufkalken saurer Böden, die Bekämpfung von Unkräutern und Ausfallgetreide oder -raps, die Brache über Winter und das Vermeiden von Frühsaaten. Außer Brache gibt es im Rahmen der Fruchtfolge kaum Möglichkeiten der Populationsminderung. Resistenzen gegen P. crenatus sind nicht bekannt.

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