Stellenwert einer kombinierten Therapie von 5-HT3-Antagonisten und Alizaprid in der Behandlung von verzögertem Chemotherapie-induziertem Erbrechen

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Hintergrund der Studie: Obwohl 5-HT3-Rezeptorantagonisten gute Wirksamkeit zeigen in der Kontrolle von Übelkeit und Erbrechen in der akuten Phase nach cisplatinhaltiger Chemotherapie, konnte diese Kontrolle in der verzögerten Phase bisher nicht erreicht werden. Die vorliegende Studie sollte aufzeigen, ob es bei dem Zusatz eines 5-HT3-Antagonisten, in diesem Fall Ondansetron, zu dem Dopaminantagonisten Alizaprid zu einer Effektivitätssteigerung der antiemetischen Therapie in der verzögerten Phase kommt. Ein Teil der Studie widmet sich außerdem der Erforschung des Pathomechanismus des verzögerten Erbrechens. Patienten und Methode: In einer prospektiv randomisierten, placebo-kontrollierten Studie wurden 89 cisplatinhaltige Chemotherapiezyklen von Patientinnen mit histologisch gesichertem Ovarial- bzw. Tubenkarzinom anhand subjektiver und objektiver Parameter hinsichtlich des Auftretens von verzögerter Nausea und Emesis über 6 Tage untersucht. Für die akute Antiemese erhielten sie alle 8 mg Ondansetron und 8 mg Dexamethason und wurden nach 24 Stunden zu den folgenden Therapiegruppen randomisiert: 44 Patientinnen in Gruppe A erhielten jeweils 100 mg Alizaprid und Placebo an drei aufeinanderfolgenden Tagen 24 Stunden nach Chemotherapie, und 45 Patientinnen in Gruppe B erhielten stattdessen eine Kombination von 100 mg Alizaprid und 8 mg Ondansetron. Der zweite Teil der Studie sollte helfen, den Pathomechanismus des verzögerten Erbrechens zu verstehen anhand der Messung möglicher Transmitter im Urin. Dies umfasste die Untersuchung von 20 Urinproben verschiedener Patientinnen auf die einzelnen Katecholamine und 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIES) als auch die Messung des Plasmacortisols dieser Patientinnen vor Beginn der Chemotherapie. Die Urinproben wurden an festgelegten Zeitpunkten vor und nach der Chemotherapie gesammelt, angesäuert auf pH 2-3 und dann im Labor bestimmt, wobei die Katecholamine Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin chromatographisch aufgetrennt wurden. Die Messwerte wurden als Konzentrationen jeweils auf Creatinin bezogen. Ergebnisse: Komplette Kontrolle von Übelkeit über den gesamten Zeitraum der verzögerten Phase war zwar prozentual höher in der Alizaprid/Ondansetron-Gruppe mit 45,5% verglichen mit 26,8% in der Alizaprid/Placebo-Gruppe. Dies war jedoch nicht signifikant (p = 0,113). Komplette Kontrolle von Emesis war auch nur tendenziell besser in der Alizaprid/Ondansetron-Gruppe an Tag 3 (86,4% verglichen mit 68,3%, p = 0,068). Über den gesamten Zeitraum der verzögerten Phase betrachtet waren 60% der Alizaprid/Ondansetron-Gruppe ohne Erbrechen, während das für 47,6% der Alizaprid/Placebo-Gruppe galt (p = 0,286). Von den Patientinnen, die kein Erbrechen in der verzögerten Phase erfuhren, waren 70,4% der Alizaprid/Ondansetron-Gruppe auch schon ohne Erbrechen in der akuten Phase. Das gleiche galt für 90% in der Alizaprid/Placebo-Gruppe (p = 0,154). Im Hinblick auf subjektive Beschwerden konnten nach Durchführung der Bonferoni-Korrektur keine Unterschiede zwischen den zwei Gruppen in der verzögerten Phase aufgewiesen werden. Die Nahrungsaufnahme war jedoch signifikant besser in der Alizaprid/Ondansetron-Gruppe an Tag 3 (p = 0,008).Was schließlich die Urinuntersuchungen anging, ließ sich kein klarer Zusammenhang zwischen den Konzentrationen der einzelnen Katecholamine oder von 5-HIES bzw. Serotonin und der Inzidenz von verzögerter Nausea und Emesis aufweisen. Schlussfolgerung: Eine Effektivitätssteigerung mit der Kombination von Alizaprid und Ondansetron verglichen zu Alizaprid allein in der Kontrolle von verzögerter Nausea und Emesis konnte mit dieser Studie nicht nachgewiesen werden. Aufgrund der aufgezeigten Trends lässt sich evtl. schließen, dass Patienten mit schlechter Kontrolle der akuten Emesis möglicherweise von einer Fortsetzung der 5-HT3-Antagonisten-Therapie in der verzögerten Phase profitieren.

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