Einfluss der Anwendererfahrung auf den Haftverbund von Dentinadhäsiven im Scherbindungsfestigkeitsversuch

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Adhäsive lassen als Haftvermittler einen Verbund zwischen Dentin und Komposit zu und ermöglichen in der prothetischen Zahnheilkunde u.a. den Aufbau stark zerstörter Zähne in Form eines adhäsiven Stumpfaufbaus. Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Einfluss der Anwendererfahrung auf den Haftverbund von drei Adhäsivsystemen zu untersuchen und insbesondere die Handhabung der Druckluft unter den Anwendern zu überprüfen. Darüber hinaus wurden die Adhäsive anhand ihrer Scherbindungsfestigkeit miteinander verglichen.Es wurden drei Gruppen mit jeweils zehn Probanden gebildet, bestehend aus Vorklinikstudenten, Klinikstudenten und Zahnärzten. Untersucht wurde das Wasser-Ethanol-basierte Etch-and-Rinse-Adhäsiv Optibond FL, das Aceton-basierte Etch-and-Rinse-Adhäsiv Solobond Plus sowie das Ein-Schritt-Self-Etch-Adhäsiv Futurabond DC. Es wurden insgesamt 450 Rinderfrontzähne in Kaltpolymerisat eingebettet und mit SiC-Papier (120 grit, 600 grit) unter Wasserkühlung bis zum Dentin freigeschliffen. Die Aufgabe der Probanden war es, pro Adhäsiv jeweils fünf vorbereitete Prüfkörper nach Herstellerangaben zu bearbeiten. Um den Gebrauch des Luftbläsers zu untersuchen, wurden die Strömungsgeschwindigkeit und die Durchflussmenge beim Trocknen des Dentins sowie beim Verblasen des Primers bzw. Adhäsivgemischs ermittelt. Auf die Adhäsivschicht wurde anschließend mithilfe einer Ultradent-Fixiervorrichtung ein Kompositzylinder mit Grandio Core Dual Cure anpolymerisiert. Die Prüfkörper wurden daraufhin in einem Wasserbad bei 37°C für 24 Stunden gelagert. Die Scherbindungsfestigkeitsprüfung erfolgte in einer Universalprüfmaschine (Modell 1454, Zwick/Roell, Ulm) nach der Ultradent-Methode und mit einer Prüfgeschwindigkeit von 1 mm/min.Im Ergebnis erreichten in Bezug auf den Haftverbund die Zahnärzte im Vergleich zu den Vorklinikern signifikant höhere Scherbindungsfestigkeitswerte für Optibond FL. Es konnte eine hohe Streuung der Scherbindungsfestigkeitswerte für die beiden Etch-and-Rinse-Adhäsive beobachtet werden. In Hinblick auf die Strömungsgeschwindigkeit und die Durch-flussmenge wurden beim Trocknen des Dentins signifikante Unterschiede zwischen allen drei Gruppen bei der Anwendung jedes der drei Adhäsive festgestellt, während kein signifikanter Unterschied beim Verblasen des Primers bzw. Adhäsivgemischs zwischen Zahnärzten, Klinikern und Vorklinikern nachgewiesen wurde. Für den Vergleich des Haftverbunds der drei Adhäsive konnten unter Beachtung aller Probanden signifikante Unterschiede zwischen den Scherbindungsfestigkeitswerten der drei Adhäsive nachgewiesen werden, indem für Optibond FL die höchsten und für Futurabond DC die niedrigsten Werte gemessen wurden. Zusätzlich resultierte für Optibond FL ein höherer Haftverbund, wenn das Dentin nach der Säurekonditionierung vorsichtig verblasen wurde.Konkludierend kann somit die Aussage getroffen werden, dass die Anwendererfahrung einen Einfluss auf den Haftverbund von Etch-and-Rinse-Adhäsiven, jedoch keine Auswirkung auf die Haftleistung von Self-Etch-Adhäsiven hat. Ein Grund dafür ist die höhere Technikempfindlichkeit von Etch-and-Rinse-Adhäsiven aufgrund des besonders fehleranfälligen Schritts der separaten Säurekonditionierung. Die in diesem Zusammenhang falsche Handhabung des Luftbläsers beim Trocknen des Dentins kann einen entscheidenden Einfluss auf den späteren Haftverbund ausüben. Es wurde festgestellt, dass Anwender mit unterschiedlichen Vorkenntnissen gerade bei diesem Schritt unterschiedlich mit dem Luftbläser umgehen. Um einen stabilen adhäsiven Verbund zu gewährleisten, ist für den klinischen Gebrauch die Anwendung von Wasser-Ethanol-basierten Etch-and-Rinse-Adhäsiven mit besonderer Vorsicht während des Trocknens nach Säurekonditionierung ratsam. Die Anwendung von Ein-Schritt-Self-Etch-Adhäsiven ist aufgrund eines niedrigen Haftverbundes nicht empfehlenswert.

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