Urodynamische Effekte intravenös applizierten Trospiumchlorids

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Mit unserer Arbeit wurde erstmalig ein urodynamisches Wirkungsprofil für die intravenöse Applikationsform des Trospiumchlorids erstellt. Es bildet somit in der wissenschaftlichen Literatur ein Novum. Bei einer Grundgesamtheit von 112 Patienten, die an einer Detrusorhyperaktivität litten, wurden im kurzen zeitlichen Abstand jeweils zwei zystomanometrische Messungen durchgeführt. Die erste Messung erfolgte nativ, die zweite 20 min nach intravenöser Applikation von 2 mg Trospiumchlorid. Anhand der gewonnenen Daten und deren Analyse erfolgte der Vergleich beider Messungen. Dabei konnten wichtige Erkenntnisse über die urodynamische Wirkung von TCD i.v. gewonnen werden. Sowohl in der Blasenfüllungs- als auch in der Miktionsphase waren nach Applikation von Trospiumchlorid deutliche Veränderungen zu verzeichnen: In der zweiten Messung trat bei 34,8% der Patienten keine DHA mehr auf. Wenn es weiterhin zu einer DHA kam, so war der Druckaufbau während der DHA deutlich kleiner. Die errechnete Anzahl an DHA pro 100 ml Infusionsvolumen und der Detrusor Overactivity Index war niedriger. Das Blasenfüllungsvolumen beim ersten Auftreten einer DHA und beim ersten Auftreten eines Urinverlustes war größer. Gleiches galt für die maximale Blasenkapazität nach Gabe von TCD. Die Anzahl an Patienten, bei denen es zu einem Urinverlust kam und die Urinverlustmenge pro 100 ml Infusionsvolumen verringerten sich signifikant. Zusätzlich erhöhte sich das Blasenfüllungsvolumen beim ersten Auftreten eines Urinverlustes nach Applikation von TCD i.v.Die Ergebnisse, die in der Miktionsphase erhoben wurden, spiegelten deutlich die relaxierende Wirkung von TCD i.v. auf die Detrusormuskulatur wieder. So verspürten weniger Patienten einen imperativen Miktionsdrang und es kam zu einer Zunahme an Patienten, die bei der Miktion die Detrusorkontraktion mittels Bauchpresse unterstützten. Bei mehr als der Hälfte der Patienten kam es in der zweiten Messung zu Harnverhalt. Bei Patienten, bei denen es bei der TCD-Messung zur Miktion kam, war der maximale Detrusordruck deutlich verringert, jedoch ohne Reduzierung der Flussgeschwindigkeit bei der Miktion. Die Anzahl der Patienten, bei denen ein Restharn vorlag und auch die gemessene Restharnmenge waren größer als in der nativen Messung. Unsere Ergebnisse zeigen zum einen, dass es nach intravenöser Gabe von 2,0 mg TCD bezogen auf urodynamische Untersuchungen nach oraler Gabe von TCD zu vergleichbaren Veränderungen in der Blasenfüllungsphase kommt. Zum anderen konnten wir in der Miktionsphase jedoch nachweisen, dass nach i.v.-Gabe von TCD Einschränkungen des Detrusors nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind. Dies legt die Vermutung nahe, dass die intravenöse Applikation von 2,0 mg TCD eine Dosierung außerhalb des 2011 von Andersson beschriebenen Therapeutischen Fensters darstellt.Auch die Korrelationsanalyse unserer gewonnenen Daten ergab eine Reihe aufschlussreicher Zusammenhänge. So konnten wir aufzeigen, dass Patienten mit einem höheren maximalen Druck während der DHA in der ersten Messung eine stärkere Reduktion des Druckaufbaus nach Gabe von TCD erfahren. Dementspre-chend kam es bei Patienten mit SVO nach intravenöser Applikation von TCD i.v. zu einer stärkeren Reduktion des Druckes sowohl bei der DHA als auch bei der Miktion, da sie in beiden Fällen nativ höhere Drücke aufwiesen. Wir konnten nachweisen, dass bei einem früheren Auftreten eines Urinverlustes oder einer DHA eine niedrigere Blasenkapazität zu erwarten ist. Dies galt sowohl für die native Messung als auch für die Messung nach Gabe von TCD.Während sich in der Literatur bereits zahlreiche Veröffentlichungen zur urodynamischen Wirkung von oral verabreichtem TCD finden, beschrieben wir mit dieser Arbeit erstmalig die urodynamischen Veränderungen in der Blasenfüllungsphase und der Miktionsphase durch die intravenöse Gabe von TCD. Unsere Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass sich der Einsatzbereich des intravenös applizierten TCDs aufgrund der urodynamischen Wirkung deutlich von dem des oral verabreichten TCDs unterscheidet. So liefert unsere Arbeit wertvolle Hinweise für die praktische Anwendung der intravenösen Applikationsform von TCD. Es konnte demonstriert werden, dass das Medikament idealerweise immer dann bei Patienten mit DHA Anwendung findet, wenn zum einen eine reduzierte Ausprägung der DHA und eine ausreichende Blasenkapazität bei schneller Wirksamkeit gewünscht und zum anderen die nachfolgende Katheterisierung möglich ist.

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