Einleitung: Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) haben eine höhere Prävalenz für eine obstruktive Schlaf-Apnoe (OSA) als Patienten mit anderen schweren Herzerkrankungen. Die OSA ist nahezu regelhaft mit Apnoe-synchronen, zyklischen Modulationen der Herzfrequenz verbunden (Tachykardie-Bradykardie-Syndrom), in 5-10% der Fälle werden nächtliche SA- oder AV-Blöcke beobachtet. Gehäufte ventrikuläre Extrasystolen treten in der Regel nur bei Patienten mit schwerer OSA und gleichzeitig vorhandener KHK auf. Zur Prävalenz von Vorhofflimmern (VHF) bei OSA sowie möglichen Interaktionen dieser beiden Erkrankungen liegen bisher noch wenige Daten vor.Patienten / Methodik: Bei 427 Patienten (71 Frauen, 356 Männern), die im Schlaflabor von 1997 bis 2002 untersucht worden waren, wurde eine Analyse des in der Polysomnographie mitgeführten Einkanal-EKG´s und der übrigen registrierten Daten (EEG, EOG, EMG, SaO2) durchgeführt.Ergebnisse: Von den 427 Pat. hatten 38 Pat. (8 Frauen, 30 Männer) VHF (=8,9%). 25 Pat. hatten permanentes VHF, 13 Pat. paroxysmales VHF. 28 der 38 Patienten (=74%) mit VHF hatten OSA gegenüber 276 der 389 Patienten (=71%) ohne VHF (p =0,85). Die Patienten mit VHF sind im Schnitt 9 Jahre älter als die Patienten ohne VHF (Median 63,5 vs. 54,5 Jahre). Der Body-mass-Index (BMI) ist in beiden Gruppen etwa gleich ( Median 31 vs. 30 kg/m2 ). In der Gruppe der Patienten mit VHF findet sich eine höhere Anzahl an Patienten mit einem Hypertonus bzw. einem Diabetes mellitus (72,7 vs. 53,3 % bzw. 27,3 vs.13,9 %; p=0,043 bzw. 0,069), wohingegen in der Gruppe ohne VHF mehr Raucher zu finden sind (24,6 vs. 9,4 %, p=0,052). Bei der Medikation unterschied sich die Gruppe der Patienten mit VHF von der ohne VHF. So nahmen 71,9 % der Patienten mit VHF Antihypertonika gegenüber 52,4 % der Patienten ohne VHF (p=0,041). Ebenso nahmen aus der Gruppe mit VHF gegenüber denen ohne VHF 37,5% vs. 4,1% Digitalis (p<0,001), 40,6% vs. 4,8% Marcumar (p<0,001) und 28,1 % vs. 2,9% Antiarrhythmika (p<0,001). Bei der Medikation mit ASS waren beide Gruppen mit 25% vs. 21,3% etwa gleich (p=0,653). Patienten mit OSA hatten einen signifikant höheren BMI (Mittelwert 31,61 [95% KI von 30,89 bis 32,33]) als Patienten ohne OSA (Mittelwert 29,39 [95% KI zwischen 28,24 und 30,54]) (p<0,001).Bei den die OSA betreffenden Parametern wie Snore-Level und Anzahl der A- bzw. Hypopnoen ergab sich kein wesentlicher Unterschied zwischen der Gruppe mit gegenüber der ohne VHF, ebenso bei der mittleren Herzfrequenz. Diskussion: Gemessen an historischen Kontrollkollektiven fanden wir ein höheres, aber nicht signifikantes Vorkommen von VHF als in der Allgemeinbevölkerung. Der Vergleich der Charakteristika der OSA-Patienten mit und ohne VHF spricht allerdings gegen einen kausalen Zusammenhang zwischen der OSA und VHF. Episoden von paroxysmalem VHF können vermutlich durch repetitive Apnoen getriggert werden. Auch spricht das relativ häufige Auftreten während des Schlafs für einen auch in anderen Studien beschriebenen Zusammenhang zwischen Apnoephasen und der Induzierbarkeit von Arrhythmien.
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