Ziel der Arbeit war es, herauszufinden, ob es unter einer sechsmonatigen Therapie mit dem GnRH-Analogon Enantone-Gyn® bei Frauen mit Endometriose echokardiographische oder durch Venenverschlußplethysmographie nachweisbare Veränderungen an Herz und Kreislauf gibt.
Methode: Durchgeführt wurde eine serielle Untersuchung bei der vor Therapie, sowie eine, fünf, neun und 22 Wochen nach Therapiebeginn Blutdruck, Herzfrequenz, Schlagvolumen, Herzminutenvolumen, Herzindex, Totaler Peripherer Widerstand, venöse Kapazität und Compliance bestimmt wurden. Zum Einsatz kamen Echokardiographie, Venenverschlußplethysmographie, EKG und automatische Blutdruckmessung mit einem Dynamap-Gerät. Gleichzeitig wurden Serumhormonkontrollen durchgeführt. Das GnRH-Analogon Leuprorelinacetat wurde monatlich subcutan injeziert.
Ergebnisse: Während der sechmonatigen Therapie ergaben sich keine Veränderungen des Blutdrucks oder der venösen Kapazität und Compliance. Es ergaben sich allerdings signifikante Veränderungen der Herzfrequenz in Abhängigkeit von den Serumöstrogenwerten. Die Veränderungen von Herzminutenvolumen, Herzindex und Totalem Peripherem Widerstand sind nicht signifikant, zeigen aber eine eindeutige Tendenz.
Schlussfolgerung: Unter einer sechsmonatigen Therapie mit GnRH-Analoga kommt es zu keinen bleibenden echokardiographisch messbaren Veränderungen. Es zeigen sich aber direkte Effekte der Östrogene auf das kardiovaskuläre System in Form einer Erhöhung von Herzfrequenz, Herzminutenvolumen und Herzinex und einem erniedrigten Totalen Peripheren Widerstand bei hohen Östrogenwerten, sowie umgekehrt einem erhöhten peripheren Widerstand mit Verminderung von Herzfrequenz, Herzminutenvolumen und Herzindex bei erniedrigten Serumöstrogenwerten.
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