Einfluss von L-NAME und Pentoxifyllin auf die Blutclearance und Organverteilung von intravenös zugeführten Escherichia coli beim Kaninchen unter Normoxämie und Hypoxämie
Am septikämischen Ganztiermodell wurde die bakterielle Clearance aus dem Blut sowie die Unterschiede der Organverteilungsmuster der bakteriellen Besiedelung unter Einfluss von L-NAME und Pentoxifyllin untersucht. Außerdem wurden der arterielle Druck, PaCO2 und pH-Wert sowie die Leukozytenzahlen untersucht. Den narkotisierten Kaninchen wurde vor Injektion von 1,3 x 108 CFU E. coli eine Dosis von 7,5 mg/kg KG oder 15 mg/kg KG L-NAME bzw. 20 mg/kg KG Pentoxifyllin intravenös injiziert.Bei der Gabe von Pentoxifyllin 20 mg/kg KG wurde auch die Clearance unter Hypoxämie mit einem PaO2 von 40 mm Hg untersucht. Die auf Agar-Platten aufgebrachten Blutproben und Verdünnungsreihen sowie Organhomogenisate wurden nach 24stündiger Bebrütung auf E. Coli-Kolonien untersucht und ausgezählt. Die bakterielle Clearance aus dem Blut zeigte sich unter L-NAME in der 40. und 50. Minute signifikant verzögert (p<0,05 bzw. 0,02), außerdem wurde ein signifikanter Blutdruckanstieg nach Gabe von L-NAME gemessen, der sich über die ersten 30 Minuten mit einer 30 ± 24 mm Hg höheren Amplitude im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigte (p<0,001). Eine Beeinträchtigung der Eliminationskinetik der Bakterien aus den Organen wurde nicht beobachtet. Keine Unterschiede bezüglich der Clearance konnten festgestellt werden zwischen Kontrollgruppe und Pentoxifyllingruppe, zwischen der Kontrollgruppe und der Hypoxämiegruppe sowie der Hypoxämie-Pentoxifyllingruppe. Lediglich zwischen Kontrolle und Pentoxifyllingruppe zeigte sich ein im Versuchsverlauf um durchschnittlich 5 ± 4 mm Hg höherer arterieller Mitteldruck bei der PTX-Gruppe, dies war jedoch statistisch nicht verifizierbar. pH-Werte und Abfall der Leukozyten wichen in keinem Modell deutlich voneinander ab. Die in diesem Modell festgestellte verzögerte Clearance unter L-NAME kann mit der verminderten Perfusion durch Hemmung der cNOS erklärt werden. Außerdem ist bekannt, dass durch L-NAME die Makrophagen einen Großteil ihrer mikrobiziden Fähigkeit einbüßen. Die im Vergleich zu den in der Literatur eingesetzten niedrigen L-NAME-Dosen von 15 mg/kg KG haben hier keinen negativen Effekt auf die Organclearance gezeigt, sie haben jedoch eine offensichtliche arterielle Drucksteigerung zur Folge. In dieser Dosierung könnte L-NAME ein geeignetes Pharmakon zur Druckstabilisierung bei fulminanter Sepsis sein, ohne dass negative Effekte auf die Eliminationskinetik zu befürchten sind.Pentoxifyllin zeigte in diesen Versuchen keinen Effekt. In den letzten Jahren ist mit deutlich höheren Medikamentendosen gearbeitet und ein positiver Effekt auf Phagozytose und Blutdruck unter Normoxämie beschrieben worden. Es gibt allerdings keine Arbeit, die diese Fragestellungen unter Hypoxämie untersuchen. Um zu klären, inwieweit PTX in höherer Dosierung unter Hypoxämie einen negativen Effekt auf die Clearance hat, müssen noch weitere Untersuchungen mit höheren PTX-Dosierungen durchgeführt werden.
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