Der Einfluss von Geschlechtshormonen auf die Hypertrophieantwort nach Druckbelastung im Myokard der Maus
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Zusammenfassung
Die Herzhypertrophie ist ein wichtiger prognostischer Faktor kardialer Erkrankungen, der geschlechtsspezifische Unterschiede aufweist. Die Ursachen für diese Unterschiede sind nicht vollständig geklärt. Zahlreiche Studien legen jedoch nahe, dass Sexualhormone eine wichtige Rolle in der Physiologie und Pathophysiologie des Herzens spielen. Die vorliegende Arbeit sollte zur Klärung der Rolle von Östrogenen und Androgenen im Bezug auf die Entwicklung und Progression der Herzhypertrophie beitragen, um einen Beitrag zum kardialen Nutzen-Risiko-Profil dieser Hormone zu leisten. Zunächst wurden die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Hypertrophieantwort nach Druckbelastung bei Mäusen mit Beurteilung der kardialen Funktion erfasst. Hierzu wurden neben morphologischen Untersuchungen auch hämodynamische Messungen mittels Herzkatheter durchgeführt. Zur Beurteilung wurden Parameter der Morphologie sowie der systolischen und diastolischen Funktion herangezogen.In weiteren Studien wurden die Beeinflussung der beschriebenen Prozesse durch Testosteronentzug bzw. -Übersubstitution untersucht und schließlich die Veränderungen nach Androgenrezeptor-Blockade erfasst. Im letzten Teil der Arbeit wurden die Auswirkungen von Östrogenentzug bzw. Substitution auf die morphologischen und funktionellen Veränderungen des Herzens nach Druckbelastung untersucht. Bei der Erfassung geschlechtsspezifischer Unterschiede wurde deutlich, dass weibliche Mäuse bei gleicher Druckbelastung des Herzens eine stärkere hypertrophe Reaktion zeigten als männliche Mäuse, was mit einer tendenziell besseren Herzfunktion assoziiert war. Nach Testosteronentzug bei männlichen Tieren zeigte sich eine Verringerung der linksventrikulären Masse, die Hypertrophieantwort war jedoch unverändert. Nach der Erzeugung eines supraphysiologischen Testosteron-Serumspiegels war bei den Tieren eine deutliche Zunahme der linksventrikulären Masse zu beobachten. Nach Druckbelastung zeigten sich eine verminderte Hypertrophieantwort und eine tendenziell verschlechterte Herzfunktion. Die Aufhebung der Testosteronwirkung durch Androgenrezeptor-Blockade war nicht erfolgreich, was vermutlich an der Dosierung der Antagonisten lag. Bei den weiblichen Tieren führte der Östrogenentzug zu einer massiv verminderten Hypertrophieantwort, die Gabe von hohen Dosen dieses Hormons jedoch zur verstärkten Hypertrophieantwort mit gleichzeitig massiver Verschlechterung des Allgemeinzustandes. Die Ergebnisse dieser Arbeit sprechen für eine bessere kardiale Adaptionsfähigkeit von weiblichen Tieren nach erhöhter Druckbelastung, welche anscheinend durch Östrogene vermittelt wird. Supraphysiologische Serumlevel von 17& #946;-Östradiol haben aber offensichtlich negative Wirkungen auf den Gesamtorganismus. Androgene scheinen neben einer anabolen Wirkung auf den Herzmuskel auch negative Auswirkungen auf die Herzfunktion nach Druckbelastung zu haben. Diese tierexperimentellen Befunde leisten einen Beitrag zur Erfassung der kardialen Wirkungen von Geschlechtshormonen unter physiologischen und pathophysiologischen Bedingungen, dennoch sind viele Aspekte dieser komplexen Wirkungsweisen noch immer unklar.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005
