Untersuchungen zum Einfluss von experimentellen Ascaridia galli-Infektionen auf das Verhalten von Legehennen
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Zusammenfassung
In der vorliegenden Arbeit wurde der Einfluss experimenteller Ascaridia galli-Infektionen bei Legehennen zweier Herkünfte auf das Verhalten, den sozialen Status, den Serumtestosteronspiegel und auf Leistungsparameter untersucht. Hierzu wurden im ersten Durchgang 45 Junghennen der Herkunft Lohmann LSL und im zweiten Durchgang 45 Junghennen der Herkunft Lohmann Brown, aufgeteilt in drei gleich große Gruppen (Infektionsgruppe 1 und 2, sowie Kontrollgruppe), in der 20. Lebenswoche in Bodenhaltung eingestallt. Die Infektionsgruppen wurden in der 27. Lebenswoche dreimal hintereinander im Abstand von zwei Tagen mit je 250 embryonierten A. galli-Eiern oral infiziert und in der 38. Lebenswoche geschlachtet (Infektionsgruppe 1) bzw. mit Flubendazol entwurmt (Infektionsgruppe 2). Nach vier weiteren Wochen wurden auch die Tiere der Infektionsgruppe 2 und der Kontrollgruppe geschlachtet. Als parasitologische Parameter wurde die Eizahl pro Gramm Kot (EpG) bei allen infizierten Tieren ermittelt, zusätzlich wurde nach der Schlachtung der Infektionsgruppe 1 die Anzahl, das Geschlecht, die Länge und das Gewicht der Spulwürmer im Darmtrakt der Tiere bestimmt. Die Verhaltensbeobachtungen erfolgten nach der Time-Sampling-Methode an jeweils 10 Fokustieren pro Gruppe. Erfasst wurden dabei 15 Verhaltensparameter in einem 5 Minutenrhythmus. Parallel dazu wurden alle agonistischen Interaktionen innerhalb der Gruppen durchgehend während der Beobachtungszeiten erfasst und daraus der soziale Rangindex der Tiere berechnet. Gleichzeitig wurden Blutproben für die Bestimmung des Serumtestosteronspiegels entnommen und die Leistungsparameter Gewichtsent-wicklung, Legeleistung und Eigewichte der Legehennen ermittelt. Dabei ergaben sich folgende Ergebnisse: Die Gewichtsentwicklung und die Legeleistung wurde bei keiner der beiden Herkünfte signifikant durch die parasitäre Infektion beeinflusst, wenngleich die Infektionsgruppe 1 der Herkunft LSL während der Patenz von A. galli einen tendenziellen Rückgang der Legeleistung von 7 % aufwies. Die Eigewichte unter-schieden sich bei den Infektionsgruppen der Herkunft LSL nicht von denen der Kontrollgruppe. Bei den LB-Hennen dagegen wurden diese durch die Spulwurm-infektion negativ beeinflusst. Die Körpergewichte waren bei der Herkunft LB tendenziell bzw. signifikant mit dem EpG-Wert bzw. der Wurmbürde negativ korreliert. Die Beziehung zwischen den relativen Zunahmen und den parasitären Parametern war bei beiden Herkünften vorwiegend negativ. Das Futteraufnahmeverhalten erhöhte sich in einer Infektionsgruppe der Herkunft LSL sowohl während der Präpatenz, als auch während der Patenz von A. galli signifikant. Beide Infektionsgruppen der LB-Hennen zeigten während der Patenz eine signifikant erhöhte Futteraufnahmeaktivität. Nach der Entwurmung fiel die Häufigkeit der Futteraufnahme in der Infektionsgruppe beider Herkünfte wieder signifikant ab. Die Nahrungssuche wurde nur bei der Herkunft LSL von der A. galli-Infektion beeinflusst. Das Bodenpicken verringerte sich in einer Infektionsgruppe, das Scharren in beiden Infektionsgruppen signifikant. Beide Verhaltensweisen wurden nach der Entwurmung wieder vermehrt ausgeführt. Die parasitäre Infektion führte bei den Infektionsgruppen der Herkunft LSL im Vergleich zur Kontrollgruppe vor allem während der Patenz zu einer signifikant geringeren Fortbewegungsaktivität, die nach der Entwurmung wieder leicht anstieg. Bei der Herkunft LB war dies weniger deutlich. Das Nestverhalten wurde bei der Herkunft LB nicht von der A. galli-Infektion beeinflusst. Die Infektionsgruppe 2 der Herkunft LSL hielt sich dagegen während der Präpatenz und der Patenz signifikant häufiger in den Nestern auf als vor der Infektion. Dies konnte auf ein vermehrtes Ruhen in den Nestern zurückgeführt werden. Obwohl sich die Rangordnung infolge der parasitären Infektion nicht veränderte, gab es bei beiden Herkünften Hinweise darauf, dass die Infektionsgruppen während der parasitären Infektionsphase (v.a. während der Patenz) eine tendenziell höhere agonistische Aktivität aufwiesen als die nicht infizierten Kontrollgruppen. Bei den braunen Legehybriden war der soziale Status bzw. die Aggressivität mit den parasitären Parametern teilweise signifikant negativ miteinander korreliert. Die weißen Legehybriden wiesen keine gesicherte Korrelation zwischen diesen Parametern auf. Das Körpergewicht hatte bei beiden Herkünften nur einen geringen Einfluss auf den sozialen Status. Unabhängig von der parasitären Infektion zeigte die Kontrollgruppe der Herkunft LB weniger Fortbewegung, Sitzen und Dösen und Schlafen sowie mehr Scharren, Wasseraufnahme, Objektpicken, Stehen, soziales Picken und agonistisches Verhalten als die Kontrollgruppe der Herkunft LSL. Die Serumtestosteronwerte stiegen in den Infektionsgruppen beider Herkünfte und der Kontrollgruppe der Herkunft LB während der Patenz von A. galli signifikant an. Nach der Entwurmung blieben diese Gruppen auf dem erhöhten Niveau und der Testosteronspiegel der Kontrolltiere der Herkunft LSL stieg in dieser Phase ebenfalls signifikant an. Der Einfluss der parasitären Infektion auf den Serumtestosteronspiegel bleibt damit fraglich, zumal sich auch die Korrelation zwischen den parasitären Parametern und dem Testosteronwert zu keinem Zeitpunkt bei keiner Herkunft als signifikant erwies.Eine gesicherte Korrelation zwischen dem Serumtestosteronspiegel und dem sozialen Status bzw. der Aggressivität bestand ebenfalls bei keiner Gruppe der beiden Herkünfte.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005
