Populationsgenetische Untersuchung an dem PKD 1 Gen der Katze im Hinblick auf das Polyzystische Syndrom
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Zusammenfassung
Das Polyzystische Syndrom (PKD) ist eine in der Perserzucht weit verbreitete erbliche Erkrankung. Die klinischen Erscheinungen bei Katzen sind denen der autosomal dominanten polyzystischen Nierenerkrankung des Menschen sehr ähnlich. Die Diagnose der felinen PKD wird derzeit mittels Ultraschall gestellt. Bis dato gab es keinen genetischen Test, und molekularbiologische Untersuchungen waren rar. Bei der humanen PKD sind insgesamt drei Gene bekannt, die für die Erkrankung verantwortlich sein können. Die Frage, ob es sich bei dem für das Polyzystische Syndrom verantwortliche Gen um das feline PKD1 Gen handelt, ist bis dato jedoch unbeantwortet. Ziel dieser Arbeit war es, das für die Erkrankung verantwortliche Gen der Katze zu bestimmen. Ein weiteres Ziel war es, die vorhandene Stichprobe zu charakterisieren und in Hinblick auf die mögliche Entwicklung eines genetischen Tests für PKD molekularbiologisch zu untersuchen. Nicht nur hinsichtlich der Entwicklung eines genetischen Tests, sind Studien zur Analyse der genomischen Sequenz des felinen PKD1 Gen von Bedeutung. Auch als Tiermodell kann die Katze wertvolle Beiträge zum Verständnis der molekularen Mechanismen leisten. Die untersuchte Stichprobe (n = 315) wies insgesamt 43% für das Polyzystische Syndrom positive Tiere auf. Wobei 48,7% der männlichen Tiere (n = 115) und 37,5% der weiblichen Tiere (n = 200) positiv für das Polyzystische Syndrom waren. Bei der Untersuchung hinsichtlich des Erbganges für das Polyzystische Syndrom mittels Chi-Quadrat Test konnte ein rezessiver Erbgang ausgeschlossen werden. Bei der Überprüfung des dominanten Erbganges sowie des dominanten Erbganges mit zusätzlicher Letalität bei Homozygotie des Krankheitsgenortes konnte nicht entschieden werden, welche der beiden Formen wahrscheinlicher ist. Die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen deuteten jedoch darauf hin, dass Homozygotie für das Krankheitsallel des Polyzystischen Syndroms bei der Katze letal ist. Erstmals konnte in dieser Arbeit ein Sequenzabschnitt des felinen PKD1 Genes ermittelt werden. Dieser Abschnitt ergab eine Übereinstimmung der Exonabschnitte von 94,9% mit dem caninen PKD1 Gen, von 93,7% mit dem humanen PKD1 Gen und von 81,7% mit dem PKD1 Gen der Maus. Bei dem Vergleich dieses Sequenzabschnittes von einer PKD positiven und einer PKD negativen Katze konnten schließlich vier verschiedene Polymorphismen ausgemacht werden. Einer der Polymorphismen (RSP2) konnte mittels Restriktionsanalyse in der Stichprobe nachgewiesen werden und erzielte einen Heterozygotiewert von 0,226. Die Untersuchung des Polymorphismus am Markerlokus FCA 476 ergab in der Stichprobe sechs verschiedene Allele und einen Heterozygotiewert von 0,55. Die durchgeführte Assoziationsstudie ergab deutliche Hinweise auf eine Assoziation der beiden Marker (RSP2 und FCA 476) mit dem Polyzystischen Syndrom. Bei der durchgeführten Kopplungsanalyse für den Polymorphismus am Markerlokus FCA 476 und dem Polyzystischen Syndrom konnte ein LOD-Wert von 6,91 erzielt werden. Zusammenfassend konnte somit gezeigt werden, dass der Krankheitsgenort für das Polyzystische Syndrom der Katze mit großer Sicherheit auf dem Chromosom E3 in der Nähe des Markelokus FCA 476 auf dem PKD1 Gen zu suchen ist.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005
