Kognitive Prozesse bei der Lösung elementbasierter multipler T-Labyrinthe bei gesunden Probanden

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Die Verwendung von Labyrinthaufgaben hat in der psychologischen Forschung eine lange Tradition. Dabei werden in der psychiatrischen Kognitionsforschung vor allem visuelle zweidimensionale Labyrinthsimulationen eingesetzt, die auf den Labyrinthtest nach Porteus (1914) zurückgehen. Solche Labyrinthaufgaben lassen sich dadurch kennzeichnen, dass auf der Basis der Analyse unbekannter komplexer Reizvorlagen der Lösungsweg von einer Start- zu einer Zielregion gefunden werden muss. Zudem enthalten Labyrinthe meist mehrere Weggabelungen, so dass sie auch als 'eine Abfolge von Entscheidungssituationen' (Lis 2000) definiert werden können. Allerdings weisen traditionelle Labyrinthe, gerade aufgrund ihrer komplexen Topographie, auch Nachteile auf: werden einzelne Merkmale (z.B. Sackgassenanzahl oder - länge) im Sinne einer experimentellen Bedingungsvariation verändert, so hat dies meist erhebliche Auswirkungen auf die Gesamttopographie. Unter diesen Voraussetzungen erscheint die Differenzierung und Aufdeckung einzelner kognitiver Subprozesse zunächst als wenig aussichtsreich. Zur Lösung dieses Problems wurden - in Anlehnung an die in der Tierforschung verwendeten Topographien - Labyrinthe konstruiert, die aus einer Verkettung stets gleichförmiger Grundelemente bestehen. Es wird angenommen, dass so eine isolierende Bedingungsvariation als Grundlage für das Experimentieren mit Labyrinthen besser ermöglicht wird als bei traditionellen Labyrinthen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist dabei, in einer experimentellen Untersuchung mit gesunden Personen zu überprüfen, wie sich die experimentelle Manipulation einzelner Labyrinthmerkmale auf unterschiedliche Parameter des Verhaltens wie Zeitbedarf und Bewegungspräzision auswirken. Dabei interessiert, ob sich das Lösungsverhalten bei Präsentation von Grundelementen in einer Sequenz von der einzeln präsentierter Grundelemente in Abhängigkeit von der Existenz von Sackgassen und der Unterlegung mit einem Distraktorhintergrund unterscheidet. Darüberhinaus wird untersucht, ob bei Elementsequenzen die Anzahl sichtbarer Elemente und ihre Position in der Sequenz einen Einfluss auf das Lösungsverhalten zeigt. Es konnte gezeigt werden, dass sich die Bearbeitung einzelner Elemente grundsätzlich von der Bearbeitung einer Sequenz von Elementen unterscheidet. Entgegen der Erwartung zeigte sich, dass dabei die Elemente abhängig von ihrer Position in der Sequenz unterschiedlich bearbeitet werden, unabhängig davon wieviele Elemente der Sequenz gleichzeitig einsehbar waren. Die Unterschiede zwischen den Positionen ließen sich jedoch nicht auf labyrinthtypische Merkmale wie das Auftreten von Sackgassen zurückführen, sondern vielmehr auf motorische Anforderungen. Unter der Voraussetzung des Einsatzes bestimmter experimenteller Kontrollbedingungen lassen sich damit die Elemente in den verwendeten Labyrinthen als voneinander unabhängige Einheiten interpretieren, was elementbasierte Labyrinthe als eine vielversprechende kognitionspsychologische Untersuchungsmethode erscheinen lässt.

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