Erfassung der psychobiologischen Effekte der Psychoanalyse unter Einbeziehung der "Effektstärke" als statistischen Parameter : Eine komparative Einzelfallstudie

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Einleitung: In zahlreichen Studien wurde der psychobiologische Effekt stimmungsmodulierender Einflüsse wie Gedanken an freudige Ereignisse, relaxierende Maßnahmen oder extreme körperliche Anforderungen untersucht. Hierzu haben sich die Parameter Speichel-Cortisol und Sekretorisches IgA im Speichel besonders bewährt. In der vorliegenden Studie wird untersucht, welchen immunmodulatorischen Effekt die vierstündige Psychoanalyse hat und ob deren Einfluss auf die Immunparameter mit anderen therapeutischen Interventionen vergleichbar ist. Patienten und Methoden: Die vorliegende Studie untersucht den Effekt einer Psychoanalyse in ihrem vierstündigen Setting über fünf Wochen hinweg auf die psychobiologischen Parameter Cortisol (S-Cortisol), Sekretorisches-IgA (S-IgA) und S-IgA-Albumin-Ratio im Speichel einer Patientin, die aufgrund einer Depression langjährig in psychoanalytischer Behandlung ist. Zusätzlich wurden die gleichen Parameter bei dem die meiste Zeit anwesendem einjährigem Kind der Patientin und dem Therapeuten erhoben, jeweils vor und nach der Therapiestunde. Begleitend dazu wurde die Stimmung der Probanden durch einen fünfstufigen Stimmungsfragebogen (Self-Assessment-Manikin, SAM) und durch eine selbst entwickelte, ebenfalls piktoriale fünfstufige Skala der wichtigen analytischen Dimensionen Liebe, Hass und Wissenwollen erfasst. Es resultierten drei Zeitreihen mit insgesamt 120 Beobachtungszeitpunkten, die mit Hilfe der aggregierten Zeitreihenanalyse ("Pooled Time Series Analysis", PTSA) auf signifikante Mittelwertunterschiede und hinsichtlich der Abhängigkeit der erhobenen Parameter untersucht wurden. Weiterhin wurden die Konzentrationen des S-IgA zum jeweiligen Speichel-Albumin als Kontrolle ins Verhältnis gesetzt. Als weiterer statistischer Kennwert wurde die Effektstärke der Psychoanalyse auf die Immunparameter bestimmt. Ergebnisse: Bezogen auf alle Sitzungen und Probanden fiel die S-Cortisol-Konzentration durch die therapeutischen Sitzungen im Sinne einer "entspannenden" und "stressreduzierenden" Wirkung ab und die S-IgA-Konzentration stieg an. Es zeigte sich, dass die Parameter S-IgA und S-IgA-Albumin-Ratio eine vergleichbare Dynamik hatten. Das S-IgA sowie die S-IgA-Albumin-Ratio stiegen auf alle Stunden und auf alle Probanden hin gesehen an und korrelierten negativ mit dem S-Cortisol. Das S-IgA korrelierte weiterhin signifikant negativ mit Hass und das S-Cortisol signifikant positiv mit Erregung. Die Immunparameter des Kindes reagierten unspezifisch und mit anderer Dynamik als die der analytischen Dyade, was zu erwarten war. Die Werte für die bestimmbaren Effektstärken für den Einfluss der analytischen Sitzung sind für die Patientin: S-IgA-Albumin-Ratio: 1,22, S-Cortisol: -1,02; für den Therapeuten: S-IgA: 1,30, S-IgA-Albumin-Ratio: 1,19, S-Cortisol: -0,74; für das Kind: S-IgA-Albumin-Ratio: -0,65. Diskussion: Es zeigte sich, dass die Konzentration des S-IgA als Zeichen der erhöhten Immunkompetenz bei den Probanden insgesamt anstieg, das S-Cortisol fiel im Verlauf der Stunden ab, was als stressreduzierende Wirkung der Therapie anzusehen ist. Im Vergleich zu anderen, unspezifischen Entspannungsmethoden, zeigte sich die Psychoanalyse in ihrer Effektstärke auf die Steigerung der S-IgA-Konzentration mindestens gleichwertig, nicht aber sicher überlegen. Somit konnte gegenüber anderen Einflussgrößen kein spezifischer und größerer Einfluss der Psychoanalyse auf die Immunkompetenz der Probanden gezeigt werden.

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