Untersuchung der zementfesten Haftung von Wurzelstiften bei auto- alloplastischer Zahnplantation
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Zusammenfassung
In einer klinischen Studie wurden in einem ersten Versuchsabschnitt Häufigkeit und Ursachen von Stiftlockerungen im Zeitraum von 1978 bis 2001 am Medizinischen Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Giessen bestimmt. Insgesamt sind 123 Zähne (von 97 Patienten) nach extraoraler Stiftinsertion plantiert worden. Davon waren 67 Stifte aus Aluminiumoxidkeramik und 56 aus Titan. Für die Befunderhebung standen Krankenakten und Röntgenaufnahmen der betroffenen Zähne zur Verfügung. Bei einer durchschnittlichen Beobachtungszeit für Aluminiumoxidkeramikstifte von 67 (± 44,2) Monaten und bei den Titanstiften von 16 (± 13,9) Monaten wurde beobachtet, dass fünf Keramikstifte gelockert waren. In allen diesen Fällen bestand präoperativ Parodontitis apicalis an wurzelunreifen, infizierten Zähnen. In drei von fünf Fällen ist Jodoformzement verwendet worden, während bei den anderen beiden Stiftlockerungen keine Eintragungen zur Zementart in der Krankenakte gemacht worden sind. Gründe für Stiftlockerungen lassen sich nur vermuten. Neben Verarbeitungs- und Be-handlungsfehlern (Anmischverhältnis, applizierte Zementmenge) kommen material-technische (Stiftmaterial) sowie indikationsbezogene (intentionelle Replantation endodontisch infizierter Zähne) Faktoren in Betracht. Zwischenzeitliche Umstellungen in Behandlungsmethodik und Materialverwendung vermeiden einen Großteil vorgenannter Unsicherheiten. Im zweiten Teil der Untersuchungen wurden an insgesamt 48 extrahierten Zähnen des Menschen die zementfeste Haftung von Wurzelstiften bei auto- alloplastischer Zahn-plantation gemessen und ausgewertet. Dazu wurden Titanstifte (jeweils maschinengedreht/aufgerauht) mit vier verschiedenen Zementen eingesetzt. Nach einer Aushärtungsphase von einer Woche wurde an der ZWICK-Prüfmaschine 1454 die Parameter Bruchkraft, Fmax und L bei Fmax gemessen. Abschließend wurde an den Titanstiften die Zementabdeckung nach Augenmaß beurteilt. Alle vier Zementarten (Diaket, Sealapex, Ketac und Fixodont) weisen weitestgehend vergleichbare Ergebnisse auf. Grundsätzlich zeigten angerauhte Titanstifte höhere Abzugskräfte und größere Zementabdeckung. Der Einfluss der eingesetzten Zemente auf Auszugswerte und Zementabdeckung war erheblich. Der Zement mit den geringsten Auszugskräften (Diaket) wurde klinisch erfolgreich eingesetzt, ohne dass Stiftlockerungen beobachtet wurden.Die Entscheidung zum Einsatz eines Zementes bei extraoraler retrograde Stiftinsertion sollte nicht anhand von Auszugsversuchen erfolgen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Wettenberg : VVB Laufersweiler 2004
