Genexpression im Nabelschnurblut Frühgeborener mit konnataler Infektion

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Trotz weitreichender Fortschritte in der neonatologischen Intensivmedizin stellt die systemische Infektion des Früh- und Neugeborenen auch heute noch eine große Herausforderung dar, da sie mit einer hohen Mortalität und zahlreichen Langzeit-komplikationen assoziiert ist. Wesentliches Hindernis einer frühen Diagnose und erfolgreichen Therapie ist hierbei das unzureichende Verständnis der zugrundeliegenden Pathophysiologie, das sich im Fehlen zuverlässiger und frühzeitig verfügbarer Marker widerspiegelt.Ziel der vorgelegten explorativen Studie war deshalb, spezifische Unterschiede in der Genexpression von Frühgeborenen mit und ohne konnatale Infektion zum Zeitpunkt der Geburt zu identifizieren. Hierzu wurden Frühgeborene prospektiv in die Studie eingeschlossen und der Gruppe konnatale Infektion beziehungsweise der Kontrollgruppe ohne konnatale Infektion zugeordnet. Die Diagnose der konnatalen Infektion erfolgte anhand laborchemischer und klinischer Zeichen in den ersten 72 Lebensstunden. Die RNA für die genomweite Transkriptomanalyse wurde aus Nabelschnurblut gewonnen, das unmittelbar nach der Geburt asserviert wurde.Unsere Ergebnisse zeigten Unterschiede in den Genexpressionsprofilen von Früh-geborenen mit und ohne konnatale Infektion. Frühgeborene mit konnataler Infektion wiesen höhere Expressionslevel von Genen auf, die im Zusammenhang mit der Funktion neutrophiler Granulozyten, Hypoxie und Kohlenhydratstoffwechsel stehen. Gleichzeitig zeigten sie eine geringere Expression von Genen, die die Reifung und Aktivität natürlicher Killerzellen beeinflussen. Die Beeinträchtigung der Funktion natürlicher Killerzellen und die erhöhte Aktivität von Neutrophilen stellen Schlüsselfunktionen dar, die beim Frühgeborenen zur systemischen Infektion einerseits und zum Gewebeschaden andererseits führen können.Die Ergebnisse unserer Transkriptomanalyse tragen zu einem besseren Verständ-nis der pathophysiologischen Prozesse bei, die der konnatalen Infektion des Frühgeborenen zugrunde liegen. Die Identifizierung von Schlüsselfaktoren und Signaltransduktionswegen kann die gezieltere Untersuchung potentieller diagnostischer Werkzeuge ermöglichen, die Voraussetzung für eine frühe und effiziente Therapie sind.

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