Entwicklung eines Tumormodells zur in vivo Untersuchung neuartiger Substanzen (Naturstoffe) auf antineoplastische Eigenschaften unter Einsparung von Versuchstieren

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http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-12087

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Im Rahmen dieser Arbeit wurde ein in vivo Primärscreeningmodell etabliert. Bei diesem Tumorquartettmodell wachsen vier verschiedene humane Tumoren gleichzeitig subkutan auf einer Nacktmaus und können so der Substanztestung dienen. Da viele mögliche Interaktionen zwischen verschiedenen Tumoren beschrieben worden sind, mußte eine gegenseitige Beeinflussung der Xenografts untereinander ausgeschlossen werden, um das Modell zu etablieren. Es wurden drei Viertumormodelle auf das Wachstumsverhalten, die Chemosensibilität und das histologische Bild der Xenografts im Modell im Vergleich zur Einzelimplantation der Tumoren untersucht. Zwei der drei Tumorquartettmodelle erfüllten die Etablierungskriterien. Nach der Etablierung des Testmodells wurden zwölf Naturstoffe mikrobieller Herkunft auf antitumorale Aktivität mit den drei Tumorquartetten an den insgesamt zwölf Xenografts getestet. Anhand dieser Testungen konnten Vor- und Nachteile sowie Grenzen des Modells charakterisiert werden. Es handelt sich um ein als Schnelltest ablaufendes orientierendes Primärscreening. Nicht alle Substanzen und Wirkmechanismen haben in diesem Testmodell vergleichbar gute Chancen zur Demonstration antitumoraler Aktivität und Selektivität,da ein langsamer Wirkungseintritt als keine Wirkung interpretiert werden kann. Das Viertumormodell ist in der Lage, die Anzahl der benötigten Versuchstiere für einen festgelegten Testumfang um 40-70% gegenüber den herkömmlichen in vivo Testverfahren zu reduzieren. Weiterhin kann das Modell die generierbare Datenmenge eines kostbaren, nur in geringer Menge zur Verfügung stehenden Naturstoffs entscheidend vergrößern und vermag so, die Chance zur Entdeckung antineoplastischer Aktivität einer Verbindung zu erhöhen.

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